SZ: Zu den Freunden, die Sie immer wieder rezensiert haben, zählt Günter Grass. Auch mit ihm sind Sie auseinander.

Raddatz: Er nimmt mir übel, dass ich ihn öfter mit dem George-Grosz-Stift karikiert habe, statt ihm Seerosen ins Haar zu malen.

SZ: Nachdem Grass sein Israelkritisches Gedicht Was gesagt werden muss veröffentlicht hatte, schrieben Sie: »Der Ex-Freund ist artistisch impotent geworden. Wieso hält er nicht die Klappe? Er kommt mir vor wie die alternden Schwulen in den Parks, die an sich herumfummeln, ihn kaum oder nicht oder knapp hochkriegen – und dann kommt ein widerliches Tröpf’chen.«

Raddatz: Da Grass in einem übrigens scheußlichen Gedicht selber geschrieben hat: »Er steht mir noch, aber nicht so oft«, darf ich so etwas schreiben. Es ist nun mal so, dass Indiskretion zum Wesen eines Tagebuchs gehören. Ich bin ja auch mir selber gegenüber indiskret.

Fritz Raddatz hat sich das Leben genommen. Im März 2014 die SZ ein imposantes Interview geführt. In seinem letzten Interview mit der FR bzw. Arno Widmann sagt Raddatz: “Es gibt große Abgründe in meinem Leben. Vor allem jetzt am Ende. Ich habe mein Leben gelebt. Ich habe es ausgelebt, leer gelebt. Mein Lebenshorizont ist ausgeschritten. Da kommt nichts mehr.”

ZEIT: Glauben Sie, dass die Wirtschaftskrise Europa als amerikanischen Sehnsuchtsort entthronen kann?

Woody Allen: Nein. Die Krise zeigt nur die Hohlheit unserer Geldkultur. Wenn man manchen amerikanischen Präsidentschaftskandidaten zuhört, hat man das Gefühl, in den fünfziger Jahren zu leben. Wir Amerikaner werden Europa immer als Gegenpol zu unserer eigenen Gesellschaft brauchen. Und je frustrierter und unglücklicher die Amerikaner in den USA sind, desto eher werden sie nach Europa gehen und ihre Träume hineinprojizieren. Sie denken, es wird ihnen dort besser gehen. Aber die Wahrheit ist: Sie sind hie wie dort unglücklich, denn ihr Problem sind sie selbst.

ZEIT: Geht es Ihnen genauso?

Woody Allen: Nein, denn ich erwarte gar nicht, dass ich hier glücklicher bin als dort. Ich finde es sehr, sehr praktisch, überall die gleichen Ängste und Phobien zu haben.

Quelle: ZEIT

Crowdfunding (crowd für (Menschen-)Menge und funding für Finanzierung‘ selten auch Schwarmfinanzierung) hat in den letzten beiden Jahren bei uns deutlich an Sexyness gewonnen und etablierte Finanzierungen alt aussehen lassen. Du brauchst nur die richtige Idee und kannst Erfolg haben. Das ist das Narrativ von Crowdfunding-Plattformen wie Kickstarter. Es gibt viele erfolgreiche Projekte aus den Bereichen Gadgets, Software, Filme. So weit so bekannt. Die meisten Projekte aber scheitern: Keine Unterstützer, kein Erfolg.

Der italienischer Künstler Silvio Lorusso hat sie alle auf seiner Website Kickend vereint. 10.000 bisher, ihre Anzahl wächst: „Die Erzählung von Kickstarter ist die des Sillicon Valley: Jede gute Idee wird Erfolg haben“, sagt Lorusso. „Wir müssen aber mehr sehen als das, was uns vom Kickstarter-Algorithmus angezeigt wird. Wie müssen die ganze Breite an Ideen sehen, die dort existiert. Auch wenn diese kein Geld einsammeln.“

www.kickend.com

“Eigentlich brauchen wir eine Drei-Staaten-Lösung. Einen für die Israelis, einen für die Palästinenser und einen für die Extremisten von beiden Seiten, in dem sie weiterkämpfen können.”

Bashar al-Masri, palästinensischer Unternehmer in Capital, Heft 8/2014