Pseudosender

telepolis: Das Internet ist vielleicht die letzte große Innovation, mittlerweile eingemeindet ins System, folgt man Deiner Perspektive.

Hans-Christian Dany: Die hoffnungsvolle rhizomartige Struktur des Internet mit seinen Knotenpunkten, die auch alle Sender sind, mehr noch, dass jeder seinen Sender besitzen kann, fuhr Mitte der 90er Jahre gegen die Wand. Seither gibt es wieder eindeutige Sender und Empfänger. Die sozialen Netzwerke halten nur noch eine Illusion aufrecht, in ihnen darf kontrolliert gesendet werden. Damit meine ich weniger Zensur, sondern dass sich die Produktionsmittel in den Händen weniger befinden. Da kann man noch so viele Inhalte reingeben, das ändert nichts daran, dass die Leute heute kostenlose Lieferanten sind. Bestes Beispiel ist heute YouTube, wo nun wirklich keine Alternative mehr dargeboten wird: Die erfolgreichsten Pseudosender sind diejenigen, die Dinge auspacken, die sie gekauft haben. Da wird mit den Technologien nichts anderes gemacht als das, auf der Bedienungsanleitung steht.

via telepolis

Hans-Christian Dany: Morgen werde ich Idiot – Kybernetik und Kontrollgesellschaft

Das Bild ist ein visuelles Geschoss…

„Dieser Schnappschuss enthüllt anschaulich die Wahrheit über ein historisches Geschehen, dessen ‚entscheidender Augenblick‘ eine Katastrophe in Permanenz ist.

Das Bild hat einen Sinn. Es ist ein visuelles Geschoss, das mühelos unseren Wahrnehmungspanzer durchschlägt und ins Herz trifft. In ein Organ also, von dem es heißt, dass es Verengungen und Verhärtungen nicht verträgt. Und zugleich, wer weiß, Ausgangspunkt politischer Entscheidungen sein kann.“

Arno Frank über das Bild eines kleinen Jungen – Ailan Kurdi -, der tot an einen türkischen Strand gespült wurde.

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