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dichter dran XXXXXXXII

„Das Gefühl der Absurdität kann einen beliebigen Menschen an einer beliebigen Straßenecke anspringen. Es ist in seiner trotzlosen Nacktheit, in seinem glanzlosen Licht nicht zu fassen. Doch ist gerade diese Schwierigkeit des Nachdenkens wert. […]
Dann stürzen die Kulissen ein. Aufstehen, Straßenbahn, vier Stunden Büro oder Fabrik, Essen, Straßenbahn, vier Stunden Arbeit, Essen, Schlafen, Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag, immer derselbe Rhythmus – das ist sehr lange ein bequemer Weg. Eines Tages aber steht das ‚Warum‘ da, und mit diesem Überdruss, in den sich Erstaunen mischt, fängt alles an. ‚Fängt an‘ – das ist wichtig. Der Überdruss ist das Ende eines mechanischen Lebens, gleichzeitig aber auch der Anfang einer Bewußtsseinsregung. Er weckt das Bewusstsein und bereitet den nächsten Schritt vor. Der nächste Schritt ist die unbewusste Umkehr in die Kette oder das endgültige Erwachen. Schließlich führt dieses Erwachen mit der Zeit folgerichtig zu der Lösung: Selbstmord oder Wiederherstellung.[…]
Es kommt gleichwohl ein Tag, da stellt der Mensch fest oder sagt, daß er dreißig Jahre alt ist. Damit beteuert er seine Jugend. Zugleich aber situiert er sich im Verhältnis zur Zeit. Er nimmt in ihr seinen Platz ein. Er erkennt an, sich an einem bestimmten Punkt einer Kurve zu befinden, die er eingestandenermaßen durchlaufen muß. Er gehört der Zeit, und bei jenem Grauen, das ihn dabei packt, erkennt er in ihr seinen schlimmsten Feind. Morgen erst, wünschte er sich, morgen, während doch sein ganzes Selbst sich dem widersetzen sollte. Dieses Aufbegehren des Fleisches ist das Absurde.“

Albert Camus – Der Mythos von Sisyphos

Tell funnier jokes…

Viel zu wenig gewürdigt und großartig auch beim fünfzehnten Sehen: Stardust Memories von Woody Allen.

Filmemacher Sandy Bates will keine komischen Filme mehr drehen. Sein jüngstes Werk ist so schwermütig, dass die Produzenten drohen, dieses umzuschneiden und das Ende nachzudrehen. Sandy fährt frustriert in das Hotel „Stardust Memories“, wo man ihm eine Retrospektive widmet. Während er von Fans belauert wird, vermischen sich für Sandy Vergangenheit, Gegenwart und Fiktion, so trifft er zum Besipiel einige Außerirdische:

Sandy: Why is there so much human suffering?

Aliens: This is unanswerable.

Sandy: Is there a God?

Aliens: These are the wrong questions!

Sandy: Look, here’s my point. If nothing lasts, why am I bothering to make films or do anything for that matter?

Aliens: We enjoy your films! Particularly the early, funny ones.

Sandy: But the human condition is so discouraging!

Aliens: There are some nice moments, too.

(There is some discussion of Sandy’s love life, at which point Sandy says, „Hey, what are you, my rabbi?“ And the aliens say „Hey, look. I am a superintelligent being. By Earth standards I have an IQ of 1600. And I can’t even understand what you expected from that relationship with Dorrie!“)

Sandy: Shouldn’t I stop making movies and do something that counts, like, like helping blind people or becoming a missionary or something?

Aliens: Let me tell you: You’re not the missionary type. You’d never last. And, incidentally, you’re not Superman. You’re a comedian. You want to do mankind a real service? Tell funnier jokes!

Wunderbar auch die Szene, in der Sandy die perfekte Frau schafft:

„But you know, I’ve never been able to fall in love. I’ve never been able to find the perfect woman. There’s always something wrong. And then I met Doris. A wonderful woman. Great personality. But for some reason, I’m just not turned on sexually by her. Don’t ask me why. And then I met Rita. An animal. Nasty, mean, trouble. And I love going to bed with her. Though afterward I always wished that I was back with Doris. And then, I thought to myself, if only I could put Doris’s brain in Rita’s body. Wouldn’t that be wonderful? And I though, Why not? What the hell, I’m a surgeon. . . So, I performed the operation and everything went perfectly. I switched their personalities and I took all the badness and put it over there. And I made Rita into a warm, wonderful, charming, sexy, sweet, giving, mature woman. And then I fell in love with Doris.“

one for the pattonmania

Mondo Cane is a 2010 album by Mike Patton. Featuring a forty-member orchestra and fifteen-piece backing band, the album contains a series of cover versions of 1950s and 1960s Italian pop music. Patton conceived of the album while living in Bologna, and became attracted to music he heard on the radio featuring pop singers backed by orchestras.

… and maybe one more:

remember that death is not the end

„When you’re standing on the crossroads
That you cannot comprehend
Just remember that death is not the end“


Nach dem intensivsten Jahr mit ihm seit langem und den traurigsten Wochen und Monaten meines Lebens, bleibt die Erinnerung an den besten Vater der Welt.

Mut ist das Lebenselixier der Demokratie

„Mut ist das Lebenselixier der Demokratie – so wie die Angst der Antrieb von Diktatur und Autokratien ist. … Die Staatsform der Mutigen – das ist die Demokratie!“

„Die neue Faszination des Autoritären, auch die in Teilen Europas, ist am Ende nach meiner Überzeugung nichts anderes als die Flucht in die Vergangenheit aus Angst vor der Zukunft.“

„Wir müssen über die Demokratie nicht nur reden, wir müssen wieder lernen, für sie zu streiten.“

„Vor allem will ich, dass wir in Deutschland festhalten am Unterschied von Fakt und Lüge. Wer das aufgibt, der rührt am Grundgerüst von Demokratie“.

Frank-Walter Steinmeier, Antrittsrede als Bundespräsident

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