Kategorie: dichter dran

dichter dran LXIII

küsst mich die muse will ich tanzen
nicht unbedingt, aber vielleicht
wenn ich tanze will ich trinken
nicht unbedingt, aber vielleicht
wenn ich trinke muss ich singen
nicht unbedingt, aber vielleicht
und wenn ich singe dann küsst sie mich
vielleicht

erst tanzte ich mit mnemosyne
die, glaub‘ ich, eine echte muse war
dazwischen trank ich mischgetränke
die hiessen, glaub‘ ich, amnesia
irgendwann fing ich an zu singen
und ich sang bis die putzkolonne kam

Bilxa Bargeld – Musentango

dichter dran LXII

Do you know what it’s like to fall on the floor
Cry your guts out ‚til you got no more?
Hey man, now you’re really living

Have you ever made love to a beautiful girl
Made you feel like it’s not such a bad world
Hey man, now you’re really living

Now you’re really giving everything
And you’re really getting all you gave
Now you’re really living what this life is all about

Eels – Hey Man (Now You’re Really Living)

dichter dran LXI

„Der Mensch ist nichts an sich. Er ist nur eine grenzenlose Möglichkeit. Aber er ist für diese Möglichkeit unbegrenzt verantwortlich. (…) An jedem von uns ist es, in sich die höchste Möglichkeit des Menschen, sein äußerstes Vermögen, auszuschöpfen.“

Albert Camus

dichter dran LX

„There is more than one kind of freedom… Freedom to and freedom from. In the days of anarchy, it was freedom to. Now you are being given freedom from. Don’t underrate it.“

Margaret Atwood

dichter dran LVIII

„Das Gefühl der Absurdität kann einen beliebigen Menschen an einer beliebigen Straßenecke anspringen. Es ist in seiner trotzlosen Nacktheit, in seinem glanzlosen Licht nicht zu fassen. Doch ist gerade diese Schwierigkeit des Nachdenkens wert. […]
Dann stürzen die Kulissen ein. Aufstehen, Straßenbahn, vier Stunden Büro oder Fabrik, Essen, Straßenbahn, vier Stunden Arbeit, Essen, Schlafen, Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag, immer derselbe Rhythmus – das ist sehr lange ein bequemer Weg. Eines Tages aber steht das ‚Warum‘ da, und mit diesem Überdruss, in den sich Erstaunen mischt, fängt alles an. ‚Fängt an‘ – das ist wichtig. Der Überdruss ist das Ende eines mechanischen Lebens, gleichzeitig aber auch der Anfang einer Bewußtsseinsregung. Er weckt das Bewusstsein und bereitet den nächsten Schritt vor. Der nächste Schritt ist die unbewusste Umkehr in die Kette oder das endgültige Erwachen. Schließlich führt dieses Erwachen mit der Zeit folgerichtig zu der Lösung: Selbstmord oder Wiederherstellung.[…]
Es kommt gleichwohl ein Tag, da stellt der Mensch fest oder sagt, daß er dreißig Jahre alt ist. Damit beteuert er seine Jugend. Zugleich aber situiert er sich im Verhältnis zur Zeit. Er nimmt in ihr seinen Platz ein. Er erkennt an, sich an einem bestimmten Punkt einer Kurve zu befinden, die er eingestandenermaßen durchlaufen muß. Er gehört der Zeit, und bei jenem Grauen, das ihn dabei packt, erkennt er in ihr seinen schlimmsten Feind. Morgen erst, wünschte er sich, morgen, während doch sein ganzes Selbst sich dem widersetzen sollte. Dieses Aufbegehren des Fleisches ist das Absurde.“

Albert Camus – Der Mythos von Sisyphos

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