Kategorie: res publica

Brené Brown: Die Macht der Verletzlichkeit

Brené Brown erforscht zwischenmenschliche Verbindungen – unsere Fähigkeit für Empathie, Zugehörigkeit, Liebe. In einem ergreifenden, aber auch lustigen Vortrag bei TEDxHouston offenbart sie Einblicke in ihre Forschung, die sie auf eine persönliche Reise schickte, sich selbst besser kennenzulernen und auch den Menschen ein Stück weit besser zu verstehen.

This is how fascism comes to America

„We’re supposed to believe that Trump’s support stems from economic stagnation or dislocation. Maybe some of it does. But what Trump offers his followers are not economic remedies — his proposals change daily. What he offers is an attitude, an aura of crude strength and machismo, a boasting disrespect for the niceties of the democratic culture that he claims, and his followers believe, has produced national weakness and incompetence. His incoherent and contradictory utterances have one thing in common: They provoke and play on feelings of resentment and disdain, intermingled with bits of fear, hatred and anger. His public discourse consists of attacking or ridiculing a wide range of “others” — Muslims, Hispanics, women, Chinese, Mexicans, Europeans, Arabs, immigrants, refugees — whom he depicts either as threats or as objects of derision. His program, such as it is, consists chiefly of promises to get tough with foreigners and people of nonwhite complexion. He will deport them, bar them, get them to knuckle under, make them pay up or make them shut up.

That this tough-guy, get-mad-and-get-even approach has gained him an increasingly large and enthusiastic following has probably surprised Trump as much as anyone else. Trump himself is simply and quite literally an egomaniac. But the phenomenon he has created and now leads has become something larger than him, and something far more dangerous.“

Sehr lesenswert: Robert Kagan – This is how fascism comes to America

Zur Kündigung des Klimaabkommens: Greg Sargent – Trump is about to do something terrible and destructive. The GOP must own the consequences.

Erschreckend: David Brooks – When the World Is Led by a Child

“We badly want to understand Trump, to grasp him,” David Roberts writes in Vox. “It might give us some sense of control, or at least an ability to predict what he will do next. But what if there’s nothing to understand? What if there is no there there?”

Mut ist das Lebenselixier der Demokratie

„Mut ist das Lebenselixier der Demokratie – so wie die Angst der Antrieb von Diktatur und Autokratien ist. … Die Staatsform der Mutigen – das ist die Demokratie!“

„Die neue Faszination des Autoritären, auch die in Teilen Europas, ist am Ende nach meiner Überzeugung nichts anderes als die Flucht in die Vergangenheit aus Angst vor der Zukunft.“

„Wir müssen über die Demokratie nicht nur reden, wir müssen wieder lernen, für sie zu streiten.“

„Vor allem will ich, dass wir in Deutschland festhalten am Unterschied von Fakt und Lüge. Wer das aufgibt, der rührt am Grundgerüst von Demokratie“.

Frank-Walter Steinmeier, Antrittsrede als Bundespräsident

Populismus als Politik

tp: Die Omnipräsenz Trumps scheint zu seiner Präsidentschaft geführt zu haben. Sie schreiben: „Es war nicht der Politiker, nicht einmal der reaktionäre, populistische, kapitalistisch-anarchistische Politiker, der die Wahl gewann, es war das Mediengespenst.“

Georg Seeßlen: Ich fürchte, dass diese Erscheinung symptomatisch für den Zustand ist, den Colin Crouch die „Postdemokratie“ genannt hat. Es ist ja nur konsequent, dass die mediale Vermischung von Politik und Entertainment wiederum Politiker-Typen hervorbringt, die sich als politische Entertainer durchsetzen. Das hat nicht nur eine erhebliche Komplexitätsreduzierung zur Folge – die berühmten, berüchtigten „einfachen Antworten“, die Populisten nun einmal geben – sondern auch die fundamentale Immunität gegen Kritik. Ein Donald Trump ist durch rationale Kritik ebenso wenig zu erreichen wie seine Anhänger, man kann ihn nicht einmal besonders gut karikieren, weil er ja stets auch schon als seine eigene Parodie auftritt. Die härteste Kritik bringt er selber mit obszöner Offenheit auf den Punkt, wenn er behauptet, er könne rausgehen und jemanden erschießen, und die Leute würden ihn trotzdem wählen. Es gibt nur eine einzige Steigerung dieser hämischen Selbstanalyse: Nicht trotzdem, sondern gerade wegen einer solchen Aussage.

Jede Medienfigur ist moralisch komplex. Sie lässt immer auch Züge verdrängter Wünsche, Projektionen, Aggressionen etc. erkennen und ähnelt darin dem, was in der politischen Psychologie „der große Andere“ genannt wird, eine teils fiktive übermächtige Figur, die nicht nur strenge Regeln setzt (immer ist die Grenze ein zentraler Begriff, immer geht es um ein Wir gegen die „Fremden“), sondern vor allem auch erlaubt.

Wie Berlusconi so ist auch Trump ein „Führer“, der seinen Anhängern verspricht, ein Verhalten (auch im Alltag) zu erlauben, ja zu fördern, das gerade noch als unmoralisch, unfair, unvernünftig galt. Kein Wunder, dass dabei die Sexualität eine so wichtige Rolle spielt, negativ als Sexismus und als Homophobie, „positiv“ als bizarre Männerphantasie einer sozialdarwinistischen Rekonstruktion.

via telepolis – Donald Trump: Populismus als Politik

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