was Du, lieber Stefan Effenberg, nun wirklich “allen gezeigt” hast. Allerdings war uns, die wir Deine Karriere verfolgt haben, schon seit geraumer Zeit klar, dass man gleichzeitig ein Künstler des Ballsports und ein ziemlicher Dummschwätzer sein kann. Spätestens mit dem Playboy-Interview im letzten Jahr hast Du dies jedem, der es nicht wissen wollte, klargemacht: “Ich würde die Stütze auf ein Minimum herabsetzen, so dass jeder arbeiten muss.” Soso! Mit einem Einkommen als Fussballprofi hat man wahrscheinlich ein gutes Gespür dafür, wie’s sich so leben lässt mit 400 – 600 Euro im Monat. Komisch nur, das Du Dich mit Deinem Stammtischgebrabbel auch noch für einen “Querdenker” hältst. Oder liegen wir falsch mit der Annahme, dass man solche Statements an jeder Ecke hört? Soviel zum ersten Teil des Wortes, und jenes “Denker” ist doch eh nur ironisch von Dir gemeint, oder? Gedacht hast Du Dir wohl auch nicht viel dabei, als Du den Obdachlosen, der in Deiner Einfahrt lag, mit einem dezenten Kick zur Weiterreise auffordern wolltest. Der Mann lag im eigenen Schmutz, mit blutverschmiertem Gesicht – mag sein, dass nicht jeder in dieser Situation reagiert wie ein Sozialarbeiter. Aber, wenn Du in Deinem Buch mit dem schönen Titel “Ich hab’s allen gezeigt” schreibst: “Ehrlich gesagt, taten mir meine Schuhsohlen leid”, ist das völlig ironiefrei gemeint. Hier zeigst Du vor allem, dass es immer noch schmutziger, armseliger und gemeiner geht, als wir bisher befürchteten. Bleibt uns angesichts Deiner sozialen Kompetenz nur, es so anzugehen wie Du, wenn Du “viel zu kräftig getankt hast”: Erstmal “ordentlich über der Kloschüssel abhängen, um zu kotzen.”
Mit ausgestrecktem Mittelfinger, Dein Oberschichtenfernsehen
