lange, sehr lange haben wir überlegt, welches Motiv hinter euren Anstrengungen steckt. Nach dem Scheitern deutscher Mannschaften in allen internationalen Wettbewerben dämmert’s uns so langsam… Der portugiesische Ballvirtuose Figo ist in den Armenvierteln Lissabons aufgewachsen, der französische Rasenkünstler Zidane hat als Sohn algerischer Einwanderer in den verslumten Hinterhöfen Marseilles kicken gelernt, und die Samba-Fußballer Brasiliens stammen allesamt aus den Straßen der Favelas. In den Elendsquartieren haben sie das Leder mit bloßen Füßen be- und sich so in der sozialen Leiter hoch gearbeitet.
Euer Projekt ist es also, möglichst viele Leute in Deutschland verelenden zu lassen, damit die Kids nur noch einen Ausweg sehen: Über den Straßenfußball ans große Geld. Keine Ausbildung, keine Perspektive für Jugendliche, sondern bloßer Überlebenskampf. So bekommen wir demnächst viele kleine Ronaldos und Zidanes ins Dress der Nationalmannschaft. Und integrativ ist das Projekt obendrein, schließlich gibt es auch kräftige Mittel-Kürzungen im Behindertenbereich. Recht so – alle Reserven sollen zur Rettung des deutschen Fußballs mobilisiert werden! Denn die Torchancen von Klose, Bobic und Schneider bei der EM in Portugal hätte ein Blinder verwandeln müssen.
Und wir dachten schon, die sozialen Einschnitte seien konzeptlos. Hut-ab-alle-Achtung, Eure Elf Freunde
