Fußfesseln für Schulschwänzer

Liebes Sommerloch,

hast du dich in der Jahreszeit vertan? Dein Job ist es doch, in Ferienzeiten politische Hinterbänkler mit … äh … originellen Ideen ins Rampenlicht zu bringen. Warum kommt die Forderung des brandenburgischen Innenministers nach elektronischen Fußfesseln für Schulschwänzer also so spät? Wenn es die vorherrschende "Kuschelpädagogik" schon nicht schafft, Versäumnisse des Elternhauses, zerbrechende Familien und Folgen von Langzeitarbeitslosigkeit aufzufangen, dann muss endlich mal jemand durchgreifen. Das mit den Fußfesseln ist ein Supergedanke. Nur lässt sich an dem Vorschlag noch einiges verfeinern. Sind die kleinen Racker nicht alle potentielle Schwänzer? Darum sollten eben auch alle elektronisch erfasst werden! Eine Highschool in Buffalo, USA, macht’s vor: Jeder Schüler trägt einen Funkchip um den Hals. Es wird registriert, wann die Pennäler aus dem Bus steigen, wann sie am Kontrollpunkt der Schule erscheinen und wann sie das Schulgelände wieder verlassen. Eleganter ist allerdings die Lösung der Firma Digital-Angel. Die hat nämlich einen Chip entwickelt, der sich bei lokaler Betäubung unter die Haut des Oberarms schieben lässt. Dort können zusätzlich auch medizinische Daten gespeichert und jederzeit wieder abgerufen werden. Gefängnisse in Texas haben mit den Verfahren gute Ergebnisse bei der Überwachung ihrer Insassen erzielt. Wenn nun jedes Neugeborene in Deutschland …

Für unseren wahrlich sommerlichen Vorschläge erwarten den Big Brother Award, Deine Digital Devils

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