Neueste Beiträge

Wozu Europa?

„Zunächst also fordert (angesichts der Flüchtlingskrise) die Rückbesinnung auf nationale Eigeninteressen Opfer von ihren größten Fans. Mittelfristig aber macht sie aus der ganzen EU eine entpolitisierte Freihandelszone.“

Daniela Weingärtner – Fehlgeleiteter Egoismus

„Die Europäische Union lässt sich als entscheidender Schritt auf dem Weg zu einer politisch verfassten Weltgesellschaft begreifen“.

Jürgen Habermas

Großes Kino – Dialoge XXXIX

taz: Horst Seehofer bezeichnet die Grenzöffnung für Flüchtlinge als „Herrschaft des Unrechts“. Fällt dem nichts Neues ein?

Küppersbusch: Vor ein paar Wochen blockwartete SPD-Fraktionschef Oppermann mit einer Überraschung auf: „Bodenständige Konservative haben in der CDU keine politische Heimat mehr“, Merkel mache „Millionen Bürger politisch heimatlos“, weswegen viele dann „zur AfD abwanderten“. Oppermann als CDU-Grundwerte-Kommissar mutet skurril an, was seiner Analyse nichts nimmt: Horst Seehofer war selten so wenig lose Kanone wie jetzt. Er kuschelt mit Putin, weil der „Kalte-Krieg-Kurs“ gegenüber Russland vielen Sorge macht. Er plagiiert den Jargon von Pegida und Montagsirren. Er macht den schmutzigen Job des rechten Ausputzers. Seehofer hat sich lange mit Bastelkram wie „Ausländermaut“ und „Betreuungsgeld“ zum Horst gemacht. Sein Fehler ist weniger der Sprechdurchfall jetzt und viel mehr die Feigheit, abweichende Positionen mit starrem Blick auf die dunnemals Wahllokomotive Merkel runterzuschlucken. Manche CDU-Wähler mögen ihn irre finden – kein Problem, die CSU kandidiert nur in Bayern. Umgekehrt wurde früher außerhalb Bayerns oft auch CDU gewählt und CSU gemeint. Das sahnen jetzt, Tiefschlafhorst sei’ s gedankt, AfD und andere ab, die glaubwürdigere Rechtsdumpf-factory-outlets betreiben.

via taz.de – Wie geht es uns, Herr Küppersbusch?

Pseudosender

telepolis: Das Internet ist vielleicht die letzte große Innovation, mittlerweile eingemeindet ins System, folgt man Deiner Perspektive.

Hans-Christian Dany: Die hoffnungsvolle rhizomartige Struktur des Internet mit seinen Knotenpunkten, die auch alle Sender sind, mehr noch, dass jeder seinen Sender besitzen kann, fuhr Mitte der 90er Jahre gegen die Wand. Seither gibt es wieder eindeutige Sender und Empfänger. Die sozialen Netzwerke halten nur noch eine Illusion aufrecht, in ihnen darf kontrolliert gesendet werden. Damit meine ich weniger Zensur, sondern dass sich die Produktionsmittel in den Händen weniger befinden. Da kann man noch so viele Inhalte reingeben, das ändert nichts daran, dass die Leute heute kostenlose Lieferanten sind. Bestes Beispiel ist heute YouTube, wo nun wirklich keine Alternative mehr dargeboten wird: Die erfolgreichsten Pseudosender sind diejenigen, die Dinge auspacken, die sie gekauft haben. Da wird mit den Technologien nichts anderes gemacht als das, auf der Bedienungsanleitung steht.

via telepolis

Hans-Christian Dany: Morgen werde ich Idiot – Kybernetik und Kontrollgesellschaft

Das Bild ist ein visuelles Geschoss…

„Dieser Schnappschuss enthüllt anschaulich die Wahrheit über ein historisches Geschehen, dessen ‚entscheidender Augenblick‘ eine Katastrophe in Permanenz ist.

Das Bild hat einen Sinn. Es ist ein visuelles Geschoss, das mühelos unseren Wahrnehmungspanzer durchschlägt und ins Herz trifft. In ein Organ also, von dem es heißt, dass es Verengungen und Verhärtungen nicht verträgt. Und zugleich, wer weiß, Ausgangspunkt politischer Entscheidungen sein kann.“

Arno Frank über das Bild eines kleinen Jungen – Ailan Kurdi -, der tot an einen türkischen Strand gespült wurde.

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