Montagsdemos und soziale Frage

In der Berliner Zeitung nimmt Harald Jähner die Demonstrationen gegen Hartz IV zum Anlass, um mit dem Sozialphilosophen Oskar Negt über die soziale Situation in Deutschland zu sprechen.

Negt: „Wenn Menschen sich wehren, weil sie das Gefühl haben, Ihnen wird etwas genommen – ob das objektiv zutrifft oder nicht – bin ich immer zufrieden, weil das stumme Hinnehmen von Sachen, mit denen man nicht einverstanden ist, ein Schaden für die demokratische Verfassung unserer Gesellschaft und ihren Zusammenhalt bedeutet .“
„Sozialismus ist immer auch ein Fantasieprojekt gewesen, das Erarbeitete zu bewahren, zu verteidigen. Angst hemmt Fantasie. Wo die Globalisierungserpressung eine zentrale Rolle spielt, vergrößert sich die Angst lebendiger Arbeit. Wenn das Kapital mit Wegzug droht, droht es der lebendigen Arbeit mit Existenzentzug. So werden Kapital und Arbeit, tote und lebendige Arbeit, in der Tat zusammengeschweißt. Und die Opferbereitschaft der Träger lebendiger Arbeit nimmt gewaltige Ausmaße an.“

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