Ganz weit vorn – Bundesagentur für Arbeit

Die Bundesanstalt für Arbeit bekam am Freitag einen der heißbegehrten BigBrother-Awards 2004. Anlaß für die Auszeichnung ist der 16-seitigen Fragebogen zum Arbeitslosengeld 2. Darin müssen Antragsteller ein Formular mit vertraulichen Daten ihren Arbeitgebern vorlegen und auch Informationen über Mitbewohner einreichen. Zwar hat die Behörde die nach lautstarker Kritik von Datenschützern ihre Verstöße eingesehen und Nachbesserung versprochen. Die neuen Antragsformulare sind aber erst im kommenden Jahr verfügbar, wenn schon Hunderttausende dieser Anträge abgegeben wurden. (Siehe hierzu auch Werner Rügemer: „Hartz IV oder Der gläserne Mensch“ in den Blättern für deutsche und internationale Politik)

Ähnlich wie Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (Preis für ihr Festhalten am Großen Lauschangriff) und Kabinettskollegin Ulla Schmidt (wegen neuer gesetzlicher Regelungen im Gesundheitswesen ausgezeichnet, wonach die Daten der Kassenpatienten nicht mehr anonymisiert, sondern personenbezogen abgerechnet werden), war keiner der eingeladenen Preisträger anwesend, um die Trophäe in Empfang zu nehmen. Liegt’s am fehlenden Preisgeld oder am Catering?

Dabei gab es nette Begründungen: LIDL etwa erhielt den Preis „für den nahezu sklavenhalterischen Umgang mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“, Tchibo „für die Weitergabe ihrer Kundendaten an die Vermarktungs-Firma Arvato / AZ Direct“. Alle Preisträger samt Laudatio bei www.bigbrotherawards.de

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