Ruhe im Karton

Lockerung des Kündigungsschutzes, Massenarbeitslosigkeit, Absenkung der Arbeitslosen- und Sozialhilfe, die wachsende Schere zwischen Arm und Reich etc. „Warum bleibt es angesichts dieser tiefen Einschnitte bislang relativ ruhig – jedenfalls in den alten Bundesländern?“, fragt sich Ulrich Beck im ZDF. Die Antwort: „Viele Menschen mögen dasselbe Geschick teilen, aber es gibt keine einheitliche und einigende Erklärung für ihr Leiden, keinen sichtbaren Gegner, der bekämpft und zum Nachgeben gezwungen werden kann. Schlimmer noch ist, dass die wahrhaft Benachteiligten schlicht nicht mehr gebraucht werden, sie müssen nicht einmal mehr wie früher ausgebeutet werden. Die Reichen können heute auch ohne Ausbeutung reicher werden. Die Regierungen können auch ohne die Stimmen der Armen gewählt werden; und die Wirtschaft kann wachsen, ohne dass sich am Schicksal der Armen und Arbeitslosen etwas ändert.“ Schauen wir mal, wie lange das gut geht. Beck selbst bleibt ebenfalls skeptisch: „Das Vertrauen in die Demokratie, die arbeitslos und arm macht, müsste in Deutschland erst noch begründet und gewonnen werden.“

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