Musikindustriekapitalismus

BMGedelEMISonyUniversalundWarnerMusic, die Berichterstattung bei heise über den Kopierschutzknacker AnyDVD (ich link da jetzt mal besser nicht) fandet Ihr recht doof, was? Drum habt Ihr heise abgemahnt. Heise habe mit der Meldung eine „Anleitung zur Umgehung von Kopierschutzmaßnahmen“ geliefert. Nämlich, weil auf die Startseite des Herstellers der Kopiersoftware verlinkt wurde. Der Heise-Verlag schert sich dummerweise nicht wirklich drum. Denn: „Der Artikel enthält weder eine Anleitung noch Werbung, es wird im Gegenteil ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Nutzung dieser Software in Deutschland verboten ist. Einen Link auf die Webpräsenz des Herstellers zu setzen, ist in der Online-Berichterstattung eine Selbstverständlichkeit und angesichts der Tatsache, dass unsere Leserinnen und Leser Internetsuchmaschinen kennen und bedienen können, ohnehin belanglos“, kommentierte der Chefredakteur von heise online, Christian Persson. „Es muss doch gerade auch im Interesse der Rechteinhaber von Software, Filmen und Musik liegen, rechtzeitig über die Untauglichkeit von Kopierschutztechniken informiert zu werden. Nach der verqueren Logik der vorgetragenen Beschuldigung müsste sich die Presse künftig Beihilfe zu schwerem Diebstahl vorwerfen lassen, wenn sie Hausbesitzer wahrheitsgemäß davor warnt, auf bestimmte Sicherheitsschlösser zu vertrauen, die unzutreffend als unüberwindbar angepriesen werden.“

Gar nicht schlecht gekontert, find ich. Vielleicht solltet Ihr, BMGedelEMISonyUniversalundWarnerMusic, Euch mal wieder drauf konzentrieren, Musik herauszugeben anstatt diesen Klingeltonverwertungsschrott. Obwohl letzterer wiederum zeigt, dass sich auch mit dem größten Mist, Geld verdienen läßt. Sei Euch gegönnt, solange ihr nicht von Musik-Kultur schwadroniert! Aber: Schon mal drüber nachgedacht, warum das feine FourMusic-Label so erfolgreich ist oder warum die großartige Norah Jones im Zeitalter der Tauschbörsen zwanzig millionen Platten verkauft? Ebend! Die bringen richitg gute Sachen raus und die Leute wollen’s bezahlen. Also der Geheimtipp: Versucht’s mal mit Qualität, statt mit Klagen, Abmahnungen, ewigem Gejammer und Genöggele…

PS: Ein Ende der Musikindustrie wird zum Glück nicht das Ende der Musik bedeuten, denn es gibt tatsächlich noch Menschen, die Musik der Musik wegen machen. diggin‘ the underground

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