Ach, diese Jugend!

„War es immer wie jetzt? Ich kann das Geschlecht nicht begreifen./Nur das Alter ist jung, ach! und die Jugend ist alt“, schrieb Schiller einst. Und bleibt damit aktuell: „Dass die altersgemäßen Zuschreibungen als natürliche Bio-Sphären in einer entgrenzten All-Age-Gesellschaft, in der Kinder immer früher erwachsen werden und Erwachsene immer später alt werden, scheinbar beliebig zur Disposition stehen, erklärt das Phänomen der jugendlichen Neocons also auch abseits ökonomischer Zusammenhänge. Neocons sind folglich – zum einen – die Antwort auf unsichere Verhältnisse und einen, wenn nicht geistig-kulturellen, so doch allerorten ästhetisch auffindbaren Neo-Biedermeierstil der Gesellschaft; zum anderen verdankt sich ihre Existenz jenen Erwachsenen und Alten, die beides nicht sind: erwachsen beziehungsweise zurechnungsfähig.“ Gerhard Matzig über Jugendliche, die konservativer auftreten als all ihre Vorfahren zusammen. Um sich von den ewig progressiven Eltern, die nicht erwachsen werden wollen, abzugrenzen. Die LBS liegt mit ihren Spießer-Wochen da voll im Trend.

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