Von der Leyen auf LSD

2006 ist nicht nur Mozart-, Heine- oder Rembrandt-Jahr, es ist auch Hoffmann-Jahr. Im Januar wurde der Jahrhundertforscher Dr. Albert Hofmann 100 bunte Jahre alt. Um den Entdecker des LSD (Lysergsäurediethylamid) zu würdigen, hat Die Wahrheit („Leyen in the sky with diamonds“) Spitzenkräfte aus Politik und Wirtschaft gebeten, über ihre Erfahrungen mit der sagenumwobenen Droge zu berichten. Z.B. Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (CDU, 47): „Es passierte irgendwann vor meiner glänzenden Approbation. Eventuell war es kurz nach der problemlosen Geburt meines vierundzwanzigsten Kindes. Ich hatte schon allerlei hinter mir! Supererfolgreich in Beruf, Politik und nicht zuletzt als Mutter. Und doch! Ich wollte wissen, wer diese erstaunliche Frau von der Leyen wirklich ist. Ein Kommilitone empfahl mir, die ‚Reise nach innen‘ anzutreten. Gesagt, getan! Ich brachte meine 48 Kinder zur Tagesmutter, hielt fünf Pflichtreferate an der Uni, begleitete neun Chefarztvisiten und verfasste eine 300-seitige Denkschrift für die CDU Niedersachsen. Weil ich mich etwas mehr beeilt hatte als sonst, blieben mir ganze sechs Stunden, bis die ‚Kids‘ zum Mittagessen abgeholt werden mussten. Neugierig warf ich den Trip. Zuerst spürte ich nur wenig. Ein Gerumpel im Bauch, so als würden darin 96 Kinder um die Wette strampeln. Dann drehte mein Kopf sich mehrmals um die eigene Achse, bis mein Hals einer Dübelschraube ähnelte. Ich wurde als ’sensationelle Weltneuheit‘ ins Eisenwarensortiment von OBI aufgenommen. Man verarbeitete mich in kleinen Gartenschuppen und gewaltigen Hängebrücken. Und nun halte ich als Mitglied des Bundeskabinetts auch diesen Laden zusammen!“