Die Welt zu Gast bei Sponsoren

Oh König Fussball, Du großer Potentat!

In Gestalt Deiner Herrlichkeit, der FIFA, bescherst Du dem Volk jetzt Sponsoren-Brot & Spiele. Und wir haben die Ehre, Dich, oh globaler Monarch, empfangen zu dürfen. Dafür stecken 600 Millionen öffentlicher Gelder in den WM-Arenen, dafür wurden Milliarden in die Infrastruktur gebuttert. Aber darüber soll nicht kleinkariert gejammert werden. Das ist es uns Wert! Frage nicht, was das Land für Dich tun kann, sondern was Du für FIFA-Land tun kannst.
Denn schon weit vor den Stadien heißt es: Sie verlassen die Bundesrepublik Deutschland und betreten den Freistaat FIFA, das Land, in dem Hyundai, Budweiser, Mc Donalds, Adidas, Coca-Cola & Co regieren.
„Ich muss das einmal klarstellen: Die WM gehört nicht Deutschland, es ist keine deutsche WM“ stellt Joseph Blatter, Häuptling von FIFA-Land, mal klar. Klar auch, dass wir da auf das grundgesetzlich verbriefte Versammlungsrecht verzichten. Klar, dass der Hausbesitzer innerhalb von FIFA-Land seinen Volvo besser in die Garage stellt, um nicht von Deinen juristischen Schergen behelligt zu werden. Und dass die Berliner Waldbühne ihren regulären Betrieb einstellt, versteht sich von selbst. Dein Wille geschehe in den Stadien wie auch drumherum.
Majetät brauchen Sonne, was?

Untertänigst,
Deine Afri-Cola mit Früh-Kölsch-Trinker, die im Buger-King ihre neuesten Puma-Sneakers ausführen, um nachher mit Ihrem VW-Beatle um die Häuser zu ziehen.