Worte des Jahres 2006

„Ihre Tochter/Schwester kommt nach Hause und erzählt, sie sei sexuell belästigt worden. Was tun sie als Vater/Mutter/ Bruder/Schwester?“

Frage aus einem Gesprächsleitfaden des Stuttgarter Innenministeriums für Muslime, die sich um einen deutschen Paß bewerben.

„Der Geschlechtsverkehr ist nicht die Antwort auf die fragen unserer Zeit.“

Franz Joseph Wagner.

„Es gibt Gerüchte, Dick Cheney hätte vor dem Jagdunfall getrunken. Da fragt man sich: Ist das auch der grund dafür, daß wir im Irak sind?“

David Letterman über den Vizepräsidenten der USA, der im Februar bei der Jagd einen Bekannten verletzte.

„Meine persönlichen Ansprüche zum Beispiel sind eher bescheiden.“

Im Februar philosophierte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann darüber, dass Reichtum sich nach den eigenen Bedürfnissen richtet.

„Die Höhe der dem Angeklagten Dr. Ackermann auferlegten Zahlung mag gemessen an seinen außerordentlich guten Einkommensverhältnissen als gering erscheinen.“

Richter Stefan Drees bei der Einstellung des Mannesmann-Prozesses gegen Geldauflagen. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann war einer der Angeklagten. Er zahlt jetzt 3,2 Millionen Euro – Kritiker sprachen von „Freikauf“.

„Hartz IV ist offener Strafvollzug.“

Der Chef der Drogeriekette dm, Götz Werner.

„Es gibt kleine und mittlere Städte in Brandenburg und anderswo, wo ich keinem, der eine andere Hautfarbe hat, raten würde, hinzugehen. Er würde sie möglicherweise lebend nicht mehr verlassen“

Der ehemalige Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye.

„ich leide an versagensangst,

besonders wenn ich dichte.

die angst, die machte mir bereits

manch schönen reim zuschanden.“

Der große Robert Gernhardt, der im Juni starb.

„Und, äh, es ist ganz klar, daß, äh, dieser Bär, äh, ein Problembär ist”

Edmund Stoiber über Bär „Bruno”.

„Ein bißchen spät“

Walter Kempowski über Grass‘ Geständnis.

„Mein Schweigen über all die Jahre zählt zu den Gründen, warum ich dieses Buch geschrieben habe. Das mußte raus, endlich“

Günter Grass über seine Zugehörigkeit zur Waffen-SS, die er in seiner Autobiographie eingestand.

“Hauptschule isoliert sie, sie fühlen sich ausgesondert und benehmen sich entsprechend.”

Aus dem Brief der Lehrer der Rütli Hauptschule an den Berliner Senat

“Auch diese bourgeoise Jugend fürchtet aber inzwischen den sozialen Absturz, die Deklassierung, die Unsicherheit.”

Der Soziologe Michel Wieviorka über die jugendliche Proestwelle in Frankreich.

„Ich bin der Jesus Christus der Politik, leidend, ich nehme alles auf mich, ich opfere mich für jeden.“

Silvio Berlusconi, italienischer Ex-Ministerpräsident, zu seiner erneuten Kandidatur als Regierungschef.

“Erst wenn die letzte Spammail gefiltert, der letzte Kommentarspam gelöscht ist werdet ihr feststellen, dass man Viagra nicht bei Rossmann kaufen kann.”

Max

“Jetzt ist aber auch mal gut mit Fußball!”

Mark-Stefan Tietze

„Die Südkoreaner rennen von der ersten Minute an wie die Teufel. Und da sie alle gleich aussehen, können sie in der Halbzeitpause ihre komplette Elf austauschen, und niemand würde etwas davon merken.“

Der spanische Nationaltrainer Luis Aragones.

Die Menschen müssen sich darauf einstellen, „in den nächsten Jahrzehnten mehr Geld für Alter, Gesundheit und Pflege auszugeben.“

„Wir müssen im Zweifel auf eine Urlaubsreise verzichten, um für später vorzusorgen.“

„Wir müssen wieder stärker an unser Land und weniger an unsere Einzelinteressen denken“.

Peer Steinbrück im Wirtschaftsmagazin Hörzu

„Alle müssen sparen. Und sparen heißt, wenn ich in einer Familie kein Geld mehr habe, dann werde ich im nächsten Jahr den Auslandsurlaub verkürzen oder ganz auf ihn verzichten müssen. Und beim Kauf eines Autos kann man eben nicht mehr ein teures Modell nehmen, sondern ein preiswertes.“

Peter Harry Carstensen

„Die Sonne muss dem Ministerpräsidenten aufs Hirn geschlagen sein. Das Volk sollte ihm hitzefrei geben!“

Wolfgang Kubicki

„Es gibt für die Hartz-IV-Empfänger einen Urlaubsanspruch. Das geht nicht.“

CSU-General Markus Söder

„Als weitere Reformschritte peilt Söder nach Informationen des HELGOLÄNDER VORBOTEN die Erhöhung der Arbeitslosenzeit auf mindestens 42 Stunden pro Woche an. Um die Arbeitslosenproduktivität international wettbewerbsfähig zu machen, sollen zudem Zigaretten- und Pinkelpausen während der Jobsuche streng limitiert werden. Doch es soll auch positive Anreize für Langzeitarbeitslose geben: Söder plant eine weitgehende Liberalisierung des Arbeitslosigkeitsschlusses. Arbeitslosigkeit soll demnach von Montag bis Samstag rund um die Uhr und mit Ausnahmegenehmigung auch an Sonntagen möglich sein.“

Der Helgoländer Vorbote zum selben Thema

„Was für ein starker Kerl. Zehn Frauen hat er vergewaltigt. Das hätte ich ihm nicht zugetraut. Wir beneiden ihn alle.“

Wladimir Putin über Israels Stattschef Mosche Katzav.

„Was den lupenreinen Demokraten angeht – ich habe nichts daran zu korrigieren.“

Gerhard Schröder über den russischen Präsidenten Putin.

“Es gibt Bilder von früher, da sehe ich aus wie mein Vater…”

Angela Merkel

“Nicht gebildet soll der deutsche Nachwuchs sein, sondern ausgebildet. Ob er dann mit dem Master-Abschluss in der Tasche den Hartz-IV-Antrag auszufüllen vermag, ist allerdings nicht gesagt.”

Fabian Sänger – Einsame Spitze

 

“das abgehängte Prekariat”

So bezeichnen Gesellschaftsforscher der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung den auf ca. 8% der Bevölkerung bezifferten Anteil der Menschen, die sich im gesellschaftlichen Abseits und auf der Verliererseite der Gesellschaft sehen. Zu den Merkmalen zählen die Forscher längere Arbeitslosigkeit, bzw. temporäre Beschäftigungen mit niedrigen Einkommen, hohe Schulden und geringe soziale und familiäre Bindungen. Aber auch Aussagen, dass es keine politische Mitte, sondern ein oben und unten in der Gesellschaft gibt und dass sich die Menschen immer mehr einschränken müssen, wurde als Indiz für die Zugehörigkeit zu den Abgehängten gesehen. Passend dazu gab es die “Unterschichtendebatte”.

„Manche nennen es Unterschichten-Problem.“

Kurt Beck über die soziale Schieflage und Verwahrlosung in der Gesellschaft.

„No, Sir!“

Robert Gates als designierter US-Verteidigungsminister, auf die Frage, ob die USA den Irak-Krieg gewinnen.

“In Deutschland geht mehr Arbeitszeit durch Grußworte verloren als durch Arbeitskämpfe.”

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt in seinem Grußwort auf einem Kongress des Einzelhandelsverbandes