Wochenendmusikbeilage

Ein argentinisches Sprichwort sagt, dass sich alles ändert, nur nicht der Tango. Astor Piazzolla aber hat diese traditionelle Musikform revolutioniert. Er verwendete Jazz-Elemente, ungewöhnliche Instrumenten und Harmonien, integrierte sowohl Elemente der Klassik als auch der argentinischen Folklore und experimentierte mit Einflüssen aus der Neuen Musik wie der Zwölftonmusik. Auch Anleihen aus Pop und Rock sind in einigen späteren Stücken erkennbar. Er begründete so den Tango Nuevo. Viele Tangokompositionen Piazzollas sind nicht tanzbar, zumindest nicht im herkömmlichen Sinne. Sie gehen vielmehr direkt auf Ohren und Herz. Nachdem man ihm, dem Umstüzler, anfangs dafür ans Leder wollte, wird Piazzolla mitlerweile auch in seiner Heimat Argentinien allgemein als zweitwichtigster Tangomusiker nach Carlos Gardel anerkannt, bei seinen Fans heißt der ’92 verstorbene Musiker schlicht „Der große Astor“.

Piazzolla selbst würde sich wohl freuen über die vielen Interpretationen seiner Werke, ging es ihm doch um die Lebendigkeit der Musik. Drum gibt’s hier nun viermal das Stück „Libertango“, viermal frisch zubereitet: