Satiremagazin „Charlie Hebdo“ freigesprochen

Das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ ist im Prozess um die nachgedruckten dänischen Mohammed-Karikaturen von dem Vorwurf der Verletzung religiöser Gefühle freigesprochen worden. Das Pariser Strafgericht folgte damit am Donnerstag dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Union der Islamischen Organisationen in Frankreich (UOIF) kündigte umgehend Berufung gegen das Urteil an.

Charlie Hebdo hatte im Februar 2006 die Mohammed-Karikaturen der dänischen Tageszeitung Jyllands Posten nachgedruckt, nachdem diese bereits im Oktober 2005 eine Welle von Protesten und Ausschreitungen im Nahen Osten ausgelöst hatten. Charlie Hebdo hat als einzige französische Publikation die dänischen Karikaturen veröffentlicht und eigene Karikaturen hinzugefügt. Die Auflage, die normalerweise bei 140.000 liegt, erreichte damals eine Rekordhöhe von 400.000 Stück. Die Anklage der muslimischen Organisationen richtet sich konkret gegen drei dieser Karikaturen.

Dem Chefredakteur des Magazins, Philippe Val, drohten bei einer Verurteilung bis zu sechs Monate Haft und eine Geldstrafe von 25 000 Euro. Zum Prozess Anfang Februar hatten französische Intellektuelle und Medien das Recht auf Meinungsfreiheit betont. Die linksliberale „Libération“ druckte aus Solidarität die Mohammed-Karikaturen nach. Der konservative Innenminister und Präsidentschaftskandidat Nicolas Sarkozy erklärte, er ziehe „einen Exzess der Karikaturen der Abwesenheit von Karikaturen“ vor.