„Abwimmlä“

Grüezi Eidgenossen,

zur Hauptsendezeit wird in Nigeria und Kamerun ein Film über Eure schöne, kleine Alpenrepublik ausgestrahlt. Der zieht Euer Land kräftig durch den Dreck: Einwanderer werden gezeigt in unschönen Asylbewerberheimen, beim Betteln auf der Straße, verhaftet von der Polizei usw. Die Schweiz, ein unwirtliches Land. Ein halbes Jahr vor der Fußball-Europameisterschaft 2008 wird also kräftig am Image der gastfreundlichen Schweiz gekratzt.

Aber nicht von afrikanischen Fernsehsendern. Finanziert hat den Film die Internationale Organisation für Migration und die Schweizer Regierung, genauer das Migrationsamt unter Justizminister Christoph Blocher, dem Vorsitzenden der Schweizer Volkspartei. Und der hatte schon mit dem „rassigen“ Plakat von den weißen und schwarzen Schafen und der „Volksinitiative für die Ausschaffung krimineller Ausländer“ eigentümliche Berühmtheit erlangt. Jetzt also aus dem gleichen Hause die „Abschreck-Botschaft“ an den Rest der Welt: Hier ist es nicht schön.

Mal ganz ehrlich: Schlägt Euch der ewige Schatten der Alpentäler aufs Gemüt? Habt Ihr noch alle Tässli im Oberstuebli? Und wie wollt ihr die EM 2008 verkaufen: Die Welt zu Gast bei Feinden?

Bhüätistrüüli (Gott bewahre!),
Eure Brüder zur Sonne