Musik ohne Bart

Einige Male bin ich im Buchladen meines Vertrauens schon um den im Fanzine-Style gestalteten Band „Als die Welt noch unterging. Von Punk zu NDW.“ von Frank Apunkt Schneider herumgeschlichen – immer in der Versuchung zuzuschlagen. Jetzt gibt es in der jungle world einen Auszug aus dem Buch: „Jenseits von Sozialkundelehrerverträglichkeit und allgemeiner Bewerbungsmappigkeit: Punk und New ­Wave als ­pop­interne ­Jugendrevolte.“ Eine Rückschau auf eine Zeit, in der das Wort „Nein“ noch etwas bedeutete.

Da heißt es unter anderem: „Die Öffentlich-Rechtlichen hielten das in ihrem Namen gegebene Drögheitsversprechen und spaßmuffelten die frech-kessen NDW-Texte aus den Hauptsendezeiten. Das ­ermöglichte sogar einer Gaudiburschenschaft wie der Spider Murphy Gang den »Vorschein« (um es mit Ador­no zu sagen) von Subversivität, nur weil es in ihrem Oktoberfest-Smasher »Skandal im Sperrbezirk« um ein Bordell und die bayrisch-bigotte Marginalisierungspraxis ging, ohne dazu deutlicher werden zu müssen als in der Zeile von den Freudenhäusern, die raus müssen.“ Könnte also ebenso lehrreich wie spaßig sein. Ich weiß zumindest, was ich demnächst im Buchladen meines Vertrauens doch kaufe. Wobei klauen in dem Fall ja standesgemäßer wäre…