Informationsökologie im digitalen Zeitalter

Sehr interessant der Vortrag von Viktor Mayer-Schönberger bei der gestrigen Eröffnung der re:publica 08: Seit Jahrtausenden ist für uns Menschen das Erinnern schwer, und das Vergessen einfach. Die digitale Technologie hat dies umgekehrt. Heute ist es durch kostengünstige Datenspeicher und leichtes Suchen für uns als Einzelne aber auch als Gesellschaft einfach zu erinnern und schwer zu vergessen. Siehe Social Communities, Google & Co.

Traditionelle Regulierungsansätze wie eine Vorabkontrolle zu verbreitender Informationen, die Einführung von Betroffenenrechten und Zweckbindung von Datenarchiven oder Normen zur Löschung einzelner Inhalte würden spätestens seit dem 11. September 2001 und dem damit voll erwachten staatlichen Datenhunger nicht mehr funktionieren. Mayer-Schönberger plädierte daher für die Einführung eines Verfallsdatums für selbst erstellte Inhalte: „Ich will die Nutzer ständig mit der Frage konfrontieren, wie lange sie Informationen aufbewahren wollen.“

Siehe auch: golem.de – „Daten brauchen ein Verfallsdatum“