Soziale Kälte

Lieber Thilo Sarrazin,
als mediengeiler Berliner Finanzsenator hast du immer einen kongenialen Stammtisch-Spruch auf den Lippen. Gerne gegen vermeintliche Sozialschmarotzer. „Für fünf Euro würde ich jederzeit arbeiten gehen“ war z.B. dein Beitrag zur Mindestlohndebatte. Oder zur Veröffentlichung einer Studie, die zeigt, dass immer mehr Kinder aus armen Familien hungrig zur Schule kommen: „Wenn man sich das anschaut, ist das kleinste Problem von Hartz-IV-Empfängern das Untergewicht“.

Zuletzt dann der feine Vorschlag für die Unterschicht: „Wenn die Energiekosten so hoch sind wie die Mieten, werden sich die Menschen überlegen, ob sie mit einem dicken Pullover nicht auch bei 15 oder 16 Grad Zimmertemperatur vernünftig leben können“.

Da lieber Thilo, wollen wir an dieser Stelle weder in den Empörungschor einstimmen, noch eine ironische oder sonst wie witzige Wendung draus stricken. Geh doch einfach für fünf Euro die Stunde arbeiten. Verzichte im Winter auf’s Heizen. Oder friß dich rund als Hart IV-Empfänger. Hauptsache: Du trittst ab!

Raten Dir
Deine sozialen Demokraten