Un-Sinn

Wenn Hans-Werner Sinn den Mund aufmacht, geht mir nicht selten der Hut hoch. Heute war es aber von einer beispiellosen Geschmacklosigkeit:

„In jeder Krise wird nach Schuldigen gesucht, nach Sündenböcken“, sagte der Chef des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, angesichts der Finanzkrise dem Berliner „Tagesspiegel“ (Montagausgabe). „Auch in der Weltwirtschaftskrise von 1929 wollte niemand an einen anonymen Systemfehler glauben. Damals hat es in Deutschland die Juden getroffen, heute sind es die Manager“, so Mr. Neoliberal weiter.

„Dieser Vergleich ist empörend, absurd und absolut deplatziert, eine Beleidigung der Opfer“, erklärte der Generalsekretär des Zentralrats, Stephan Kramer, der „Neuen Ruhr Zeitung Neuen Rhein Zeitung“ (Montagausgabe) dazu. Und weiter: „Mir wäre neu, dass Manager geschlagen, ermordet oder ins Konzentrationslager gesperrt würden“. Man kann auch sagen: Eine Unsägliche Geschichtsvergessenheit, Herr Sinn.