Dancing with myself

„Das Netz stellt eine neue Authentizität im Kontakt zwischen Produzent, Verteiler und Konsument her. Und tatsächlich: Es gibt sie, die Erfolgsgeschichten des ausdifferenzierten Geschmacks. Das Programm auf last.fm sucht nach Unmengen an ähnlicher Musik, die der User bereits mag, bei beatport.com kaufen nicht nur Djs hochaufgelöste elektronische Musikdateien. Jeder Rechner wird zur eigenen Radiostation, zum unbegrenzten Archiv, zur Disco für einen einzigen Gast.

Heißt Digitalisierung, trotz Millionen von «Freunden», also auch Vereinzelung? Wenn jeder gleichzeitig Künstler, Kritiker, Publikum und Veranstalter ist, hört denn überhaupt noch jemand zu? Wird Musik so wieder zum reinen Sound, bar jeder sozialen Dimension? Oder sind das am Ende bloß Ängste abgehängter Kulturkritiker, die ihre Mails auf Papier ausdrucken?“

Den Fragen ist ein Kongress mit dem Titel „Dancing with myself“ in Berlin nachgegangen . Irgendwie hab ich das komplett verpasst. Wem es ähnlich geht, die Nachberichterstattung:

taz – Die Macht der Arroganz
de:bug – Nachbericht: Dancing With Myself
goon. Magazin – Ein Herz für Pop
blog.myoon – Dancing with myself
Außerdem: Zur politischen Ökonomie der Musik/Vortrag von Jaques Attali und das Programmheft (PDF) u.a. mit einem Diedrichsen-Interview.