Die drei Evolutionsstufen sozialer Netzwerke

Martin Weigert macht auf netzwertig.com drei Evolutionsstufen sozialer Netzwerke aus. Die erste Evolutionsstufe von Social Networks war geprägt von „Walled Gardens“, also umzäunten Anlagen, in die Nutzer durch eine Mitgliedschaft zwar hinein konnten, die sonst aber nach außen hin völlig abgeschlossen waren. Auf der zweiten wurden die Walled Gardens durchlässiger, besonders für Anbieter, die hinein wollten. Erste Schnittstellen (API) ermöglichten es zudem, von außerhalb bestimmte Inhalte anzuzapfen, wie zum Beispiel den Newsfeed, den ich integrieren kann. Möglichst viele Entwickler sollten so direkt auf die eigene Infrastruktur gelockt werden. Auf der dritten Stufe weiten die größten Anbieter ihre Präsenz auf das gesamte Web aus. Es geht nicht mehr darum, möglichst viele Applikationen externer Anbieter in den eigenen, durchlässigen Walled Garden zu befördern, sondern darum, die Social-Networking-Funktionalität auf die Websites Dritter auszuweiten.

Die schiere Größe und Relevanz für Internet- und Inhaltewirtschaft schafft nun den Drive vieler Websites, sich selbst zu einem Teil des Social Networks zu machen:

„Die dritte Phase der Evolution sozialer Netzwerke bringt viel Innovation und Potenzial für die beteiligten Anbieter und Websites. Sie hilft Anwendern dabei, ihre Kontakte immer im Gepäck zu haben und leichter denn je Links, Artikel, Videos, Musik oder Produkte weiterzuempfehlen.

Gleichzeitig greift sie jedoch auch tiefer denn je in die Privatsphäre der User ein, da die diese Entwicklung antreibenden Networks nur so sicherstellen können, dass ihre Benutzer sich überall im Web als Mitglied von Facebook, Google etc. zu erkennen geben. Hier bahnt sich ein Konflikt zwischen Anbieter- und Nutzerinteressen an, dessen Ausgang derzeit nicht absehbar ist. “

Das ganze Web wird als add-on begriffen. Dagegen ist die „iPad-Gefahr“ harmlos. Oder eben ein weiterer Baustein. Irgendwie scary.

Siehe auch: Facebook’s Plan To Take Over the Web. Will all those „like“ buttons make Facebook bigger than Google?

Andererseits meint Peter Kruse: „Das Immunsystem der Netzwerke springt verlässlich an, wenn sich Machtkonzentrationen andeuten, die Vielfalt verringern“ und verweist auf die aktuelle – Entwicklung.