Making of Elchkritik

Die „ä“-sten Kritiker – der „ä“-Laut drückt immer noch am stärksten die kritische Intention aus: Ekel, Hohn und Mordlust.
Die „ä“-sten Kritiker …

Die länglichsten Kritiker der Elche
waren früher selber welche?

Zu lang.
Die längsten … noch länger;
die wählerischsten Kritiker … zu ausgesucht;
die geblähtesten … zu gebläht;
die lächerlichsten … nit komisch!
Die wesentlichsten Kritiker der Elche – besser!
Die kränklichsten … Nä!
Die erbärmlichsten? Erbarmen. Stärker!
Die … die … die Krässten? Krähsten?
Dä gräßten Krätäkär där Älche?
Das ist Musik!
tä tä tä tä tä tä tä tä tä
tä tä tä tä tä tä tä tä tä
Täterätätä!
Gegenprobe:
Dü grüßten Krütükür dür Ülche?
Nücht sü güt!
Also, halten wir fest:

Die jämmerlichsten Verehrer der Elche sind nämlich die
Lemminge.

Oder etwa nicht?
So weit, so gut. Und so wär’s auch geblieben, wäre Ebi Brügel nicht in jener Winternacht mitten in den 60er Jahren im VW von Paris nach Hause kutschiert – und dabei ist es passiert: und aus dem Bernstein sprach es:

Die schärfsten Kritiker der Elche
wären gerne selber welche.

Gernhardt zog damals gleich nach und spielte die Molche aus:

Die größten Kritiker der Molche
waren früher eben solche;

aber ich war erster, und außerdem hatten die Molchstrophen so viele „o“. Und Molchkritik – das ist ein Kapitel für sich.

F.W. Bernstein