Schwarzfahren in der Aufmerksamkeitsökonomie

„Wir sind nicht so klug, wie wir gern aussehen. Alles, was wir tun und wovon wir leben, beruht zu knapp 100 Prozent auf den Texten, Ideen, Gedanken und Vorarbeiten anderer. Weil wir das üblicherweise auch eingestehen, gibt es das Zitat, die Quellenangabe und die via-Konvention. Extrem anständige Menschen geben sogar an, wer sie auf eine bestimmte Idee gebracht hat, auch wenn dabei gar kein wörtliches Zitat im Spiel ist. Wer fremde Arbeit als die eigene ausgibt – und sei es Findearbeit – der leugnet implizit den Anteil anderer Menschen an der eigenen Leistung. Und wer sich versucht fühlt, an dieser Stelle „haha, Frau Passig fordert ein Leistungsschutzrecht“ zu sagen, der gehe bitte vorher noch einmal in sich und denke scharf nach.

It’s the attention economy, stupid. Wer soll sich um die kümmern, wenn nicht wir?“

Kathrin Passig über Schwarzfahren in der Aufmerksamkeitsökonomie: Teil 1 und Teil 2

via live.hackr