Popmusik aus einer glücklicheren Welt von morgen: Mark Hollis

„Abwesenheit, Stille, ausbleibende Signale: Was Hollis im Leben tat, hatte er in der Kunst vorbereitet: Sie ist um Leere herum inszeniert – welche Ironie, wenn man an den Namen seiner Band denkt. Auf dem Soloalbum, das man am besten spätnachts im Sommer hört, dauert es immer wieder irritierend lang, bis das Klavier einsetzt, ein paar Noten, dann die typisch kehlige Stimme, ein paar Zeilen, dann wieder nichts. Das war noch Popmusik, aber aus einer glücklicheren Welt von morgen, in der die Widersprüche zwischen populärer Melodie und ernstem Kunstwillen aufgelöst sind und alles nur noch Song ist: Ausdruck existentieller Bedürfnisse und Erkenntnis.“

Tobias Rüther zum Tod von Mark Hollis: Die Verschwendung des Schweigens