Kategorie: großes kino – dialoge

Großes Kino – Dialoge VII

„Name?“
„Kemal Kayankaya.“
„Können Sie buchstabieren?“
„Das meiste schon. Nur bei Fremdwörtern hapert’s manchmal.“
„Ihren Namen!“
Ich buchstabierte. Ohne den Stift abzusetzen, fragte sie: „Staatsbürgerschaft?“
„BRD.“
„Deutsch“, verbesserte sie murmelnd, um im nächsten Moment irritiert aufzusehen.“Deutsch … ?“
„Soll ich buchstabieren?“

aus Jakob Arjouni: Kismet

„Heiliger Vater, die Clowns sind da!“

Schönes Interview mit Harald Schmidt in der heutigen ZEIT.

ZEIT:
Sie betrachten den Medienbetrieb nicht gerade mit einer rosa Brille.

Schmidt: Ach, nehmen Sie doch nur mal die meisten der kinderlosen Frauen ab 35 in meiner Branche, dieses sexuelle Medienproletariat. Die haben mit Glück einen One-Night-Stand mit einem Beleuchter, sozusagen Last Minute in Sachen Kinderwunsch. Da rücken jetzt die 25-Jährigen nach, und es wird ganz bitter. Das ist die Wahrheit – und die wird gerade von Frauen, die früher Kinder bekommen haben, unverblümt ausgesprochen.

ZEIT: Die kinderlosen Akademiker – sehr drastisch beschrieben.

Schmidt: Diese Generation ist einfach zu anspruchsvoll. Die lesen alle diese Glamour- und People-Zeitschriften und glauben auch noch, was da steht. Wo ist der Super-Fick, wo ist der Super-Job, wer sieht aus wie Brad Pitt? Ich, könnte ich denen sagen, aber ich bin nicht mehr auf dem Markt!

Großes Kino – Dialoge VI

Basil: „Don’t mention the war. I mentioned it once, but I think I got away with it. So it’s all forgotten now and let’s hear no more about it. So that’s two egg mayonnaise, a prawn Goebbels, a Herman Goering and four Colditz salads… no, wait a minute… I got confused because everyone keeps mentioning the war.“

German: „Will you stop mentioning the war?“

Basil: „You started it.“

German: „We did not start it.“

Basil: „Yes you did, you invaded Poland…“

aus der BBC-Serie „Fawlty Towers“

Dialoge, die das Leben schreibt

Bonn. Aldi, Kölnstraße.
Sie: „Da is auch Wein. N Roten oder nen Weißen?“
Er: „Is dan Unterschied?“
Sie (beides sind italienische Weine!): „Ist aus Italien.“

Nachdem ich meine ersten Gewaltphantasien im Griff hatte, habe ich überlegt, ob ich Ihnen folgen soll, um zu verhindern, dass die beiden eine Buchhandlung betreten und dort andere an ihrer Kaufentscheidung ähnlich teilhaben lassen. Sie: „Da sind auch Bücher…“

Großes Kino – Dialoge V

Auch, wenn man alle Dialoge mitsprechen kann: Muß heute sein!

– Ich muß dir sagen, Rech: Jede antiimperialistische Gruppe wie die unsere muß eine solche Interessendivergenz innerhalb ihrer Machtbasis reflektieren.
– Einverstanden. Francis?
– Ja. Ich glaube Judiths Gesichtspunkt ist sehr stichhaltig. Vorausgesetzt,
die Bewegung vergisst niemals, daß es das unveräußerliche Recht eines jeden Mannes ist…
– Oder Frau…
– …oder Frau, daß er sich selbst verachtet.
– Oder sie sich selbst…
– …oder sie sich selbst.
– Einverstanden.
– Danke Bruder.
– Oder Schwester…
– …oder Schwester. Ähhh. Wo war ich?
– Ich glaube, du warst fertig.
– Oh. Richtig.
– Darüberhinaus ist es das Geburtsrecht eines jeden Mannes..
– Oder Frau…
– Warum hörst du nicht endlich mit den Frauen auf? So kommen wir zu keinem Ende.
– Die Frauen haben ein natürliche Recht, in unserer Bewegung eine Rolle zu spielen.
– Warum redest du nur pausenlos über Frauen, Stan?
– Weil ich eine sein möchte…
– Was?
– Ich möchte eine Frau sein. Ich möchte, daß ihr… daß ihr mich von jetzt
an Loretta nennt.
– Was?
– Das ist mein Recht als Mann.
– Ja, aber warum möchtest du Loretta sein, Stan?
– Weil ich Babys haben möchte.
– Was möchtest du haben? Babys???
– Jeder Mann hat das Recht, Babys zu haben, wenn er sie haben will.
– Aber, aber du kannst keine Babys haben.
– Unterdrücke mich bitte nicht.
– Ich unterdrücke dich überhauptnicht, Stan. Aber du hast keine Mumu. Eine Gebärmutter hast du auch nicht. Wie soll denn das funktionieren? Willst du’s in ’ner Zigarrenkiste aufheben?
– Warte. Ich habe eine Idee: Nehmen wir an, daß ihr euch darauf einigt, daß er keine Babys bekommen kann, weil er keine Gebährmutter hat, woran niemand schuld ist, nicht mal die Römer, aber daß er das absolute Recht hat Babys zu bekommen.
– Gute Idee, Judith. Wir kämpfen gegen die Unterdrücker, für dein Recht Babys zu haben, Bruder. Ähh. Verzeihung. Schwester.
– Das ist doch aber sinnlos.
– Was?
– Es ist vollkommener Blödsinn, für sein Recht, Babys zu bekommen zu kämpfen, wenn er keine Babys bekommen kann.
– Es ist ähm, symbolisch. Für unsere Ringen gegen die Unterdrückung.
– Symbolisch für sein Ringen gegen die Realität.

Natürlich: Life of Brian

„Ich glaube, Sie kapieren das sowieso nicht“

Im SZ-Interview: Angelina Jolie. She’s not amused.

SZaW: Grundsätzlich: Was bedeuten Ihnen Tätowierungen?
Jolie: Erstens: Tattoos muss man sich verdienen. Zweitens: Tattoos sind wie Gebete. Drittens: Ich glaube, Sie kapieren das sowieso nicht.
SZaW: Wie bitte?
Jolie: Ihnen fehlt der nötige Ernst. Ich könnte Ihnen jetzt erzählen, wie ich mir ein Tattoo für meinen Sohn habe stechen lassen, das Unglück und Leid von ihm abhalten soll, und was für ein Gefühl das war, als ich eins wurde mit dem Schmerz – aber das führt zu nichts. Sie würden es nicht verstehen.
SZaW: Das ist nicht nett. Nächstes Thema: Die Klatschpresse hat ja …
Jolie: Wissen Sie, was ich glaube? Dass Sie auch so ein kleiner Klatschjournalist sind. Sie wollen gar nicht philosophisch mit mir reden.
SZaW: Doch.
Jolie: Ich kenn das. Am Ende wird wieder alles verzerrt und verkürzt wiedergegeben.
SZaW: Nein.
Jolie: Wenn nicht von Ihnen, dann von Ihrem Redakteur.
SZaW: Ich bin der Redakteur.
Jolie: Ich sag jetzt jedenfalls nichts mehr. Die Zeit ist sowieso um.
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