Kategorie: großes kino – dialoge

Großes Kino – Dialoge IV

(Eröffnungssequenz)

Isaac: Erstes Kapitel. Er betete New York an. Er vergötterte diese Stadt über alle Maßen. – Nein, nein, es muß heißen, er idealisierte sie über alle Maßen. – Ja. – Für ihn existierte diese Stadt, in der das Leben im Rhythmus der unsterblichen Melodien von George Gershwin pulsierte, nur in schwarzweiß, ganz gleich zu welcher Jahreszeit. – Ach, ich fang‘ gleich nochmal von vorne an. – Erstes Kapitel. Er hatte zu romantische Ansichten über Manhattan, wie auch über alles andere. Er wühlte sich durch das Tohuwabohu der Menschenmassen und des Verkehrs. Für ihn war New York gleichbedeutend für schöne Frauen und Kerle, die ganz genau wußten, wo’s langgeht. – Äh, ach, kitschig; viel zu kitschig für einen Mann von meinem Geschmack. Also, nochmal von vorne, und etwas tiefschürfender. – Erstes Kapitel. Er betete New York an. Für ihn war diese Stadt ein Sinnbild für den Verfall der zeitgenössischen Kultur, des Mangels an individueller Integrität, der die Leute dazu verführte, den leichtesten Weg zu gehen.
Für ihn verwandelte sich die Stadt seiner Träume zu einer … – ach, das wird ja ’ne Predigt. Bloß das nicht, ich möchte ja noch ein paar Bücher an den Mann bringen! – Erstes Kapitel. Er betete New York an, obwohl es für ihn das Sinnbild für den Verfall der zeitgenössischen Kultur war. Es war nicht leicht, in einer Gesellschaft zu leben, die gegen Drogen, laute Musik, Fernsehen, Verbrechen und Müll immun geworden war. – Ach, es ist zum …, aber ich will mich ja nicht aufregen. – Erstes Kapitel. Er war genauso hart und romantisch wie die Stadt, die er liebte. Hinter seiner schwarz geränderten Brille lauerte die mühsam gebändigte sexuelle Kraft einer Dschungelkatze (gut gesagt, nicht?). New York war seine Stadt, und würde es immer sein.

(Im Museum. Isaac und Tracy treffen auf Yale und Mary)

Isaac: Wir waren schon unten in der Castelli-Galerie, und haben uns die Fotos angesehen – unglaublich. Absolut unglaublich.

Tracy: Ja, ungeheuer.
Mary: Die gefallen Ihnen also?
Isaac: Sie – äh – sie meinen, die Fotografien da unten?
Mary: Ja, die da unten.
Isaac: Klasse, absolute Klasse. Und Ihnen?
Mary: Nein, das kann ich leider nicht sagen. Für mich sind sie nur ein Plagiat – ein armseliger Abklatsch von Diane Arbors, aber ohne ihren Witz.
Isaac: Ach – äh – tatsächlich? Selbstverständlich gefielen sie mir nicht so wie die Plexiglas-Skulpturen, aber ich meine, das war doch …
Mary: … Ihnen gefiel dieses Plexiglas?
Isaac: Gefielen Ihnen die Plexiglas-Skulpturen auch nicht?
Mary: Aha, sehr interessant, ähm … (Kopfschütteln)
Isaac: Jedenfalls immer noch besser als diese – diese Stahlwürfel, die haben wir auch gesehen …
Tracy: Ja.
Mary: … also die fand ich grandios. Einfach grandios.
Isaac: Die Stahlwürfel?
Mary: Ja! Also für mich waren die unwahrscheinlich strukturell, ich meine, sie waren vollkommen integriert. Sie hatten – ähm – so eine fantastisch negative Potenz. Alles andere fand ich einfach zum Kotzen!

(Mary und Isaac sind Marys Ex-Mann Jeremiah begegnet)

Mary: Na, das war ja ’ne Riesenüberraschung. Ich kann’s noch gar nicht fassen. Mein geschiedener Mann – und so viel schlanker jetzt. Sieht richtig gut aus, nicht?
Isaac: Äh – hmm? Also Du machst mir vielleicht Spaß – ich bin völlig geschockt, sowas hatte ich wirklich nicht erwartet.
Mary: Was hattest Du denn erwartet?
Isaac: Ähm, ich weiß nicht. Du hast gesagt – Du hast immer gesagt, daß er ein ungeheurer Frauenheld wäre, und daß er Dich …
Mary: Ja natürlich, ja und?
Isaac: … sexuell erschlossen hat. Naja, und nun erscheint da dieser kleine Homunculus – ich dachte, ich werd‘ nicht mehr.

aus: „Manhattan“. Woody Allen wird heute 69.

Großes Kino – Dialoge I

In einer Gefängniszelle in New Orleans treffen der Aufschneider Jack, der arbeitslose Discjockey Zack und der Italiener Roberto aufeinander. Roberto spricht kaum Englisch und zitiert vorzugsweise aus einem selbsterstellten Wörterbuch. Vor sich hin murmelnd zeichnet er ein Fenster an die Zellenwand.

Jack: “What the hell are you doin´?”
Roberto: ”I make [hay] window.”
Jack: “That´s good, Bob.”
Roberto: “Excuse me. Do you say in English `I look [h]at the window.´ or do you say in English `I look [h]out the window.´?
Jack.: “Well, in this case, Bob, I´m afraid you gotta say: `I look at the window´.”

aus dem Klassiker „Down by Law“

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