Kategorie: großes kino – dialoge

Exzess der Nichtigkeit

„Der Exzess der Nichtigkeit aber erreicht seinen Höhepunkt, wo Heidi Nazionale mit Knallchargen-Pathos und einer Pause, in der man die Leere ihres Kopfes wabern hört, ihre gestrenge Entscheidung mitteilt und wertes von unwertem Leben scheidet. Da möchte man sechs Sorten Scheiße aus ihr herausprügeln – wenn es nur nicht so frauenfeindlich wäre.“

Roger Willemsen
Er bezeichnete die 35-jährige Chef-Jurorin weiter als „unschöne Frau mit laubgesägtem Gouvernanten-Profil“, die kleine Mädchen zum Weinen bringe, indem sie ihre „hochgerüstete Belanglosigkeit zum Maßstab humaner Seinserfüllung hochschwindelt“. Die Reaktion von H.K. darauf: „Wenn jemand wie Roger Willemsen, der in der Öffentlichkeit steht, solche Aussagen von sich gibt, dann ist es doch für den kleinen Mann auf der Straße schon lange okay.“

Der Trainer als der größte Feind?

Für den Boulevard ist klar: Das, was der Gladbacher Trainer mit Zauberzwerg Marin macht, ist der direkte Weg in die 2. Liga: „Meyer suggeriert den Fans damit quasi: Je mehr Marin, desto weniger Erfolg“. Da werden Einsatzzeiten diskutiert, jede Auswechselung kommentiert usf. Um so großartiger, wie Hans Meyer in der Sendung Doppelpass mal ein, zwei Dinge klarrückt:

Wontorra: Sie haben ja auch Spieler in ihren Reihen, die den Ball beherrschen. Marko Marin ist so ein Beispiel, der kam gestern ja auch erst sehr spät, aber wir haben trotzdem mal einen Leistungscheck angestrengt.

Schwesinger: Na der Leistungscheck ist da natürlich extrem schwierig, er wurde erst in der 75. Minute eingewechselt, für den Schlusspurt also. Marko Marin, einer der besten Vorbereiter der gesamten Liga, und das war dann schon überraschend, blicken wir auf seine gefährlichste Szene. Legt er sich quasi selber vor. Ecke, dann die Ablage und eine Flanke, die irgendwie zum Torschuss mutiert, das wär’ mit Glück dann der Ausgleich gewesen. Von den Fans wird Marin geliebt, wegen seiner Tempodribblings wird er Zauberzwerg genannt, ob sein Trainer auch sein größter Fan ist, da gibt es ja unterschiedliche Meinungen, ich bin gespannt, was Hans Meyer uns direkt dazu sagt.

Wontorra: Also, Marko Marin. Von den Fans geliebt, von Hans Meyer gerne mal später gebracht. Relativ wenig in der Startformation. (Hans Meyer lacht verschmitzt) Vor allem Auswärts. Mögen Sie den nicht oder warum machen Sie das?

Meyer: Bisher war ich eigentlich der Meinung, ich hab Freunde eingeladen, das wird eine richtig schöne Runde.

Köhler: So lieb sind wir dann doch nicht.

Lattek: Vielleicht kann ich nur ganz kurz was zum Hans sagen. Es gibt keinen… Muss ganz vorsichtig sein hier. Es gibt keinen Trainer, der so blöd ist und einen Mann nicht aufstellt, der nicht die Leistung bringt. Und der Hans ist mit Sicherheit nicht blöd, im Gegenteil. Wenn er die Leistung bringen würde und der Mannschaft weiter helfen würde, dann würdest Du den auch mit Sicherheit von Anfang an spielen lassen, so seh’ ich das jedenfalls (Anmerk.: Hans Meyer lacht verschmitzt).

Meyer: Darf ich euch mal ‘ne Frage stellen? Das ist nur so ein kleiner Test. Wie oft hat der Marko, eins unserer größten Talente in Deutschland, wie oft hat er in dieser Saison mit dreißig Spielen, wie oft hat er neunzig Minuten lang gespielt? Neunzig Minuten, also angefangen und aufgehört. Wie oft?

Wontorra: Also vor Ihrer Zeit, die ja auch erst während der Saison begann, weiß ich’s nicht.

Meyer: Und nachher? Also mit mit?

Wontorra: Dreimal?

Meyer: Dreimal. Und was sagst Du, Uli?

Köhler: Auch so ähnlich.

Meyer: Dreimal, zweimal. Was sagst Du?

Holzschuh: Gefühlte fünf bis sechs.

Meyer: Fünfmal, wieviel Du, Udo? Dich frag’ ich nicht.

Lattek: Neenee, ich weiß es.

Herrmann: Ich wär’ ja jetzt blöd, wenn ich drei sagen würde. Sechs bis sieben, oder so.

Meyer: Sechs, sieben, weil Du ahnst…

Lattek: Seit dem 20. Spieltag sitzt er auf der Bank!

Meyer: (zu Thomas Herrmann) … weil wir uns so häufig unterhalten, weißt Du es. Der Marko Marin hat bei mir bisher alle Spiele gemacht. Alle! Außer das Spiel in Karlsruhe, wo er gesperrt war. Übrigens, das will ich nur den Leuten sagen, das war nicht meine Schuld. Das war seine fünfte Gelbe Karte. Sonst hat der junge Mann, zwanzigjährig, als ich ihn übernommen habe war er neunzehn Jahre alt, in der 1. Bundesliga, in einer ganz ganz komplizierten Mannschaft, alle Spiele gemacht. Und davon fünfzehn neunzig Minuten. Muss man eigentlich den Marko aber richtig gratulieren, dass er als Zwanzigjähriger, zwar nicht das Supertalent wie Messi, und nicht das Supertalent wie Beckenbauer früher, oder Johan Cruijff, sondern als hochtalentierter junger Mann, der noch ‘ne Menge zu lernen hat, macht in seiner ersten Bundesliga-Saison alle Spiele, und spielt fünfmal bei Luhukay und Christian Ziege neunzig Minuten und zehnmal bei mir neunzig Minuten. Fünfzehnmal neunzig Minuten. Aber daran, dass Ihr glaubt, es war deutlich weniger, kriegt Ihr mal mit, was für Mist, Eure Leute von der Print mal bringen.

Wontorra: Also viel wichtiger als das ist ja für mich die Erkenntnis, dass Sie den Fans das jetzt mal erklärt haben.

via sportmedienblog.de

Faith No More Reunion

„Meanwhile we find ourselves at a moment in time with zero label obligations, still young and strong enough to deliver a kickass set, with enthusiasm to not only revisit our past but possibly add something to the present. And so with this we’ve decided to hold our collective breaths and jump off this cliff….“ Aus dem offiziellen Statement.

Ohne Jim Martin, aber mit Europa-Tour. Heiliges Blechle…

Siehe auch:

Großes Kino – Dialoge XXIV

ZEIT: Der Roman spielt in den Truman- und Eisenhower-Jahren. Ich bin 1959 in Amerika zur Schule gegangen. Die unerfüllten Träume der Jungs an der Highschool kreisten um Triumphe im Sport, um Cheerleader und einen Blowjob im Chevy.

Roth: Nein, der Blowjob kam viel später, nach Kennedys Ermordung.

ZEIT: Eine besondere Form von Antiamerikanismus scheint die schwedische Jury befallen zu haben, die über den Literaturnobelpreis entscheidet. Jedenfalls hat der mächtige Sekretär des Nobelkomitees in Stockholm, Horace Engdahl, im vorigen Oktober erklärt, Amerikas Autoren seien zu empfänglich für die Trends ihrer eigenen Massenkultur. Das ziehe die Qualität ihrer Arbeit nach unten. Europa sei das Zentrum der literarischen Welt. Damit scheint Ihre Chance – oder die von Pynchon, Updike oder deLillo, von Auster oder Ford – auf den Nobelpreis auf null gesunken zu sein.

Roth: Also, das hat er nicht gesagt.

ZEIT: Doch, doch.

Roth: Aber warum?

ZEIT: Vielleicht hat er einen antiamerikanischen Vogel?

Roth: Jeder, der irgendetwas von Literatur versteht, weiß, dass die amerikanische Literatur seit 1945 von dauerhafter, ja größter Stärke ist. Ich könnte mindestens 12, nein, 15 amerikanische Autoren nennen… Also, nein, das kann er nicht gesagt haben.

Ein Interview in der ZEIT mit dem großen Philip Roth über das Alter, den Antiamerikanismus und sein Leben in den Büchern.

Sting war der anstrengendste Teil

Was war der anstrengendste Teil?

Sting war der anstrengendste Teil.

War er anders als früher? Oder war er noch genauso?

Alles war anders, aber nichts hatte sich verändert. Der ist derselbe alte Sting, nur noch mehr. Ich muss mal etwas aufklären: All die komischen Sachen, die man so über Sting lesen konnte, alle Gerüchte, der ganze Klatsch – als sein Freund, der ich ihn seit dreißig Jahren kenne, möchte ich diese Gelegenheit nutzen, um all diese Geschichten zu bestätigen.

„Police“-Drummer Stewart Copeland in der FAS über alte Zeiten, die schwierige Tournee nach der Wiedervereinigung – und über Stings Macken.

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