Kategorie: großes kino – dialoge

Eine Schachtel

»In unseren Schriften steht, dass der Mahdi kommen wird, sobald es eine Schachtel gibt, in der alle Informationen enthalten sein werden!«
»Eine Schachtel?«
Frau Karimi hat sich wieder ins Lot gebracht und sitzt sehr ruhig da.
»Ja, eine Schachtel, ein Apparat, darin ist alles zu sehen und alles zu erfahren.«
»Sie meinen …?«
»Ich meine … wie heißt es jetzt gleich?! Genau: Internet!«

Passage aus einem längeren Bericht von Ulrich Ladurner in der Zeit aus dem Iran: »Briefe an den Erlöser«.

via frapp.antville

Vergessen Sie’s.

Konnten Sie komische Aspekte am Altern ausmachen?

Es gibt nichts Komisches am Altern. Außer für die anderen. Aber für einen selber ist es bloß tragisch. Man nähert sich dem Tod. Der Körper funktioniert nicht mehr richtig. Die Augen werden schlecht. Sehen Sie, wie dämlich ich mich immer zu Ihnen rüberbeuge? Das sind die schlechten Ohren! Das Koordinationsvermögen lässt nach. Ich kann nicht mehr den Frauen hinterherjagen, wie ich es früher getan habe, nicht mehr den Sport machen, den ich trieb, als ich jung war. Kurz: Das Lebensende schwebt über Ihnen.

Aber dafür wird man vielleicht gelassener, ruhiger, zufriedener …

Vergessen Sie’s. Es gibt keinen Vorteil am Altern, egal, wie Sie es drehen. Nichts. Man erlangt keine plötzliche Weisheit, kein tieferes Verständnis fürs Leben. Dass man allen vergibt – Fehlanzeige! Sie hassen immer noch jeden, der Sie mal schlecht behandelt hat. Und Sie lieben auch nicht plötzlich jeden Baum und jede Blume. Aber wenn Sie andere alte Leute sehen – gestern, zum Beispiel, sah ich zwei alte Männer im Central Park. Sie redeten miteinander, sie schrien sich förmlich an, konnten sich aber trotzdem nicht verstehen. Da steht man dann, selber alt, und findet die anderen Alten urkomisch. Lacht sich schlapp über die.“

Es gibt nichts Komisches am Altern. Außer für die anderen. Woody Allen im Interview mit dem SZ-Magazin.

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