Kategorie: dichter dran

In memoriam Robert Gernhardt

Der TITANIC-Mitbegründer, Schriftsteller und Zeichner Robert Gernhardt ist tot. Erste Nachrufe finden sich auf den Seiten der FAZ, der Tagesschau, der heute-Sendung und bei Spiegel online. Ein etwas längerer Nachruf findet sich in der Süddeutschen, ein weiterer in der Netzeitung.
Wer seiner Anteilnahme Ausdruck verleihen möchte, kann dies im virtuellen Kondolenzbuch der Titanic tun.

Heise online veröffentlicht in der Rubrik Was war. Was wird. ein Fußballgedicht von Robert Gernhardt und unter anderen einen Verweis auf Litlinks, die weitere Werke Gernhardts im Internet verlinkt haben.
WDR5 bringt heute abend um 20.05 Uhr in seiner Reihe „Streng öffentlich!“ ein Porträt Robert Gernhardts unter dem Titel Wer nicht mit tausend Zungen begabt…


In memoriam Robert Gernhardt
Die FAZ hat heute ein Robert-Gernhardt-Spezial zusammengestellt.
In der Süddeutschen Zeitung: Ein Punkt im Raum, ein Nichts im Sein.
Die taz über das Vorgezogene Finale.
In der Frankfurter Neuen Post: Mich kann man doch nicht abservieren.
Die Stuttgarter Nachrichten fragen: Was ist eigentlich ein Gedicht?
Die Welt am Sonntag über Plötzliche Stille am Wörtersee.
Der Hessische Rundfunk würdigt auf hr2 am Sonntag morgen Robert Gernhardt in seiner Sendung Kulturfrühstück extra.


In memoriam Robert Gernhardt
Die Frankfurter Rundschau zum Tode von Robert Gernhardt: Der Vater vom Weinreinbringer, Unser Gespräch über Bäume und Komik als literarische Königsdisziplin.
Jetzt.de Zum Tode von Robert Gernhardt.
Das Neue Deutschland: Wie Lachen befreit.
Der Tagesspiegel: „Da hab‘n wir den Salat: Ich bin ein Literat“.
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung: Gevatter Tod war nur der Gehilfe dieses Dichters.
Die Welt: Virtuose der Weisheit.
Spiegel online: Es geht immer heiter.

Und statt eines weiteren Nachrufs:

ACH

Ach, noch in der letzten Stunde
werde ich verbindlich sein,
Klopft der Tod an meine Türe,
rufe ich geschwind: Herein!

Woran soll es gehn? Ans Sterben?
Hab ich zwar noch nie gemacht,
doch wir werd’n das Kind schon schaukeln –
na, das wäre ja gelacht!

Interessant so eine Sanduhr!
Ja, die halt ich gern mal fest.
Ach – und das ist Ihre Sense?
Und die gibt mir dann den Rest?

Wohin soll ich mich jetzt wenden?
Links? Von Ihnen aus gesehn?
Ach, von mir aus! Bis zur Grube?
Und wie soll es weitergehn?

Ja, die Uhr ist abgelaufen.
Wollen Sie die jetzt zurück?
Gibt’s die irgendwo zu kaufen?
Ein so ausgefall’nes Stück

Findet man nicht alle Tage,
womit ich nur sagen will
– ach! Ich soll hier nichts mehr sagen?
Geht in Ordnung! Bin schon

Robert Gernhardt: Lichte Gedichte

Freud für ganz Eilige

„Ich kann die Gestapo jedermann aufs beste empfehlen.“

Sigmund Freud im Mai 1938. Zusatz zu einem Dokument, das er nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Österreich und vor seiner Emigration nach London unterschreiben mußte, um zu bescheinigen, dass er nicht mißhandelt wurde.

Freud wurde heute vor 150 Jahren geboren. Er erfand den Witz (siehe oben), den Zigarrenneid & Woody Allen.

Lesebefehl: Die ganze Welt der Seele, eine ZEIT-Serie.

In the long run we are all dead

„Praktische Menschen, die sich selbst frei von jeglichem intellektuellen Einfluss wähnen, sind meist Sklaven irgendeines verblichenen Ökonomen.“

John Maynard Keynes, heute vor sechzig Jahren verblichen.

Keynes war einer der ersten Ökonomen, die wirtschaftliche Ungleichgewichte mit mangelnder Nachfrage begründeten. Über eine mangelnde Konsumnachfrage kommt es zu einem Rückgang der Produktion und es kann letztendlich sogar zu einer Rezession kommen. Der Staat kann hier mit seiner eigenen staatlichen Nachfrage diese Lücke zumindest zum Teil schließen. Darüber hinaus können auch von der Geldpolitik positive Einkommenseffekte und damit Nachfrageeffekte ausgehen. Dieser Zusammenhang beschreibt auch die Philipps-Kurve nach der ein positiver Zusammenhang zwischen Inflationsrate und Höhe der Arbeitslosigkeit unterstellt wird. Nach Keynes sollte der Staat also nicht die von den Klassikern postulierte Nachtwächterfunktion wahrnehmen, sondern aktiv steuernd in den Wirtschaftsprozess eingreifen.

Dario Fo zum Achtzigsten

„Die Macht, und zwar jede Macht, fürchtet nichts mehr als das Lachen, das Lächeln und den Spott. Sie sind Anzeichen für kritischen Sinn, Phantasie, Intelligenz und das Gegenteil von Fanatismus. Ich bin nicht mit der Idee zum Theater gegangen, Hamlet zu spielen, sondern mit der Ansicht, ein Clown zu sein, ein Hanswurst.“

Dario Fo anlässlich der Verleihung des Nobelpreises für Literatur 1997 in Stockholm. Heute wird er 80 und kein bißchen leiser. Oberschichtenfernsehen.de gratuliert – zu beidem. Ein (schon älteres) Interview mit der Weltwoche gibt’s hier.

Seite: Früher ... Nächste