Kategorie: auf die ohren

Kreisch!

Eigentlich wollte ich Groupie bei den Jungs werden, doch die ersten Konzerte hab ich schon verpasst. Die nächsten beiden kann ich auch nicht sehen. Aber bald… Ich werde kreischen & schwule-Pinguin-Teddys werfen und überhaupt: Hi Tereska
Schöner Gitarrenpop, nun mit weiblichem Gesang. Bei mp3.de stehen die ersten Tracks zum Download bereit. Mein Lieblingssong: Kill Holiday!

Musikindustriekapitalismus

BMGedelEMISonyUniversalundWarnerMusic, die Berichterstattung bei heise über den Kopierschutzknacker AnyDVD (ich link da jetzt mal besser nicht) fandet Ihr recht doof, was? Drum habt Ihr heise abgemahnt. Heise habe mit der Meldung eine „Anleitung zur Umgehung von Kopierschutzmaßnahmen“ geliefert. Nämlich, weil auf die Startseite des Herstellers der Kopiersoftware verlinkt wurde. Der Heise-Verlag schert sich dummerweise nicht wirklich drum. Denn: „Der Artikel enthält weder eine Anleitung noch Werbung, es wird im Gegenteil ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Nutzung dieser Software in Deutschland verboten ist. Einen Link auf die Webpräsenz des Herstellers zu setzen, ist in der Online-Berichterstattung eine Selbstverständlichkeit und angesichts der Tatsache, dass unsere Leserinnen und Leser Internetsuchmaschinen kennen und bedienen können, ohnehin belanglos“, kommentierte der Chefredakteur von heise online, Christian Persson. „Es muss doch gerade auch im Interesse der Rechteinhaber von Software, Filmen und Musik liegen, rechtzeitig über die Untauglichkeit von Kopierschutztechniken informiert zu werden. Nach der verqueren Logik der vorgetragenen Beschuldigung müsste sich die Presse künftig Beihilfe zu schwerem Diebstahl vorwerfen lassen, wenn sie Hausbesitzer wahrheitsgemäß davor warnt, auf bestimmte Sicherheitsschlösser zu vertrauen, die unzutreffend als unüberwindbar angepriesen werden.“

Gar nicht schlecht gekontert, find ich. Vielleicht solltet Ihr, BMGedelEMISonyUniversalundWarnerMusic, Euch mal wieder drauf konzentrieren, Musik herauszugeben anstatt diesen Klingeltonverwertungsschrott. Obwohl letzterer wiederum zeigt, dass sich auch mit dem größten Mist, Geld verdienen läßt. Sei Euch gegönnt, solange ihr nicht von Musik-Kultur schwadroniert! Aber: Schon mal drüber nachgedacht, warum das feine FourMusic-Label so erfolgreich ist oder warum die großartige Norah Jones im Zeitalter der Tauschbörsen zwanzig millionen Platten verkauft? Ebend! Die bringen richitg gute Sachen raus und die Leute wollen’s bezahlen. Also der Geheimtipp: Versucht’s mal mit Qualität, statt mit Klagen, Abmahnungen, ewigem Gejammer und Genöggele…

PS: Ein Ende der Musikindustrie wird zum Glück nicht das Ende der Musik bedeuten, denn es gibt tatsächlich noch Menschen, die Musik der Musik wegen machen. diggin‘ the underground

Rocken und Hosen

„Ich war schon immer ein großer Slayer-Fan. Denn obwohl Metal nicht nur ganz doll verdorben, sondern auch die Heimat des größten Männlichkeitsgeprotzes der Musikgeschichte ist (…), zogen mich an Slayer zwei Dinge magisch an. Und diese zwei Dinge heißen Hannemann und King, zwei Leadgitarristen, die so lässig über das Griffbrett rasen, wie sich andere durch die Hosentasche am Gemächt kratzen. Sie erreichen damit nicht nur eine absurde Geschwindigkeit, sondern auch eine Kompaktheit und Melodiosität, als habe sich Stockhausen mit John Coltrane und Brian Wilson gepaart.

(…)

Man kann natürlich darüber streiten, ob es überhaupt erstrebenswert ist, Gitarren-Soli zu spielen. Viele tun es und fast genauso viele sollten es lassen, denn meistens klingt es nicht besser, als wenn man eine Katze am Schwanz packt und im Kreis herumschleudert. Die Überflüssigkeit des Gitarrensolos liegt in erster Linie an denen, die sie spielen: Männer. Für sie ist ein Gitarrensolo keine musikalische Handlung, sondern ein sexueller Akt. Der hohle Holzkörper der Gitarre steht dabei für den Körper der Frau. Da sind Männer in ihrer Entwicklung nicht viel weiter als der Säugling, der in den ersten Monaten Luftballons anlächelt, weil sie dem menschlichen Kopf ähneln. (…). Nicht umsonst tragen Männer ihre Gitarren ganz tief hängend, obwohl das blöd aussieht und schlecht für die Haltung ist – offensichtlich soll hier das eine Instrument in möglichst nahen Kontakt zum anderen gebracht werden.“

aus: „Rocken und Hosen“ von Claudia Kaiser (via telepolis)