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Everything That Happens Will Happen Today

Ein Abend in der Frankfurter Alten Oper, ein 45plus-Publikum und feinster Stoff des Duos Byrne/Eno: Also Material vom neuen Album „Everything That Happens Will Happen Today“, von „My Life in the Bush of Ghosts“ und den Talking-Heads-Platten „More Songs About Building And Food“, „Fear Of Music“ (1979) & „Remain In Light“. Allein das Songmaterial läßt mich in die Knie gehen.

Aber die Performance des alten Herren (56), der Band: Mauro Refosco (Perkussion), Graham Hawthorne (Schlagzeug) Paul Frazier (Bass) und Mark Degli Antoni (Keyboards) ­und des dreiköpfigen Tanzensembles ist schon richtig, richtig beeindruckend. Auch wenn die Oper nicht ausverkauft und die Akkustik mäßig ist, bei „Crosseyed And Painless“ und „Born Under Punches“ reißt es die Frankfurter von den Sitzen. In der nervös-ekstatischen Talking-Heads-Rhythmik zuckt sich die 45plus-Generation vor die Bühne. Sehr skuril, sehr 80er-Tanzstil und dabei sehr wenig retro. Weil der Mann auf der Bühne, selbst im Tutu mehr Größe und Stil zeigt, als 99% des sonstigen Poppersonals und natürlich weil die Songs besser und frischer klingen als viele, vieles, was man sich sonst antut. Dabei ist Byrne selbst der Antipopstar, einer der die Rockstargesten verweigert. Allenfalls durch Ironie gebrochen läßt er sich drauf ein.

Das Bühnenpersonal folgt einer strengen Regie. Die Sänger, Musiker und Tänzer interagieren, bewegte Körper ergänzen und illustrieren die Musik. Byrne wirkt ungerührt und versunken, ist aber bis in die kleinste Handgeste hinein eingebunden in die Choreographie. Ab den Zugaben merkt man aber: Der Herr freut sich über den Abend.

Und wenn fast am Ende das betagtere Publikum der Frankfurter Oper lauthals „Burning Down The House“ schreit, bebt die Bankenstadt. Man muss sich den Konzertbesucher vom letzten Samstag als einen glücklichen Menschen vorstellen.

Mr. Byrne, meine Verehrung!

Tourblog journal.davidbyrne.com